Artikel (Archiv) > Ein Stück Heimat in Brüssel

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   SPD Ortsverein Brüssel

Ein Stück Heimat in Brüssel

Jan Kurlemann • 05. September 2009

Auf dem SPD-Parteitag in Hamburg 2007: Werner Wobbe, Vorsitzender des OV Brüssel, der Europaabgeordnete Martin Schulz und Nils J
Auf dem SPD-Parteitag in Hamburg 2007: Werner Wobbe, Vorsitzender des OV Brüssel, der Europaabgeordnete Martin Schulz und Nils Jensen, Schatzmeister des OB Brüssel

Mitglieder und Freunde aus Deutschland und anderen Ländern werden sich am 13. September 2009 im Brüsseler "Centre Crousse" versammeln, um den SPD-Ortsverein Brüssel zu feiern, der 1984 aus einem Freundeskreis entstand. Hannelore Kraft, nordhein-westfälische Landesvorsitzende, wird die Festansprache halten, Gründungsmitglieder werden Anekdoten erzählen, und der frühere "Brüsseler" und Europaabgeordnete Dieter Rogalla wird mitfeiern. Verdiente Mitglieder werden geehrte, unter ihnen Werner Wobbe, seit zehn Jahren Vorsitzender. Im Park betreiben die Jusos den Grill.

Mit ungefähr 240 Mitglieder ist der Ortsverein die größte Gliederung der SPD im Ausland. Vor über vierzig Jahren zog die europäische Integration viele Deutsche nach Brüssel, und Sozialdemokraten schlossen sich zusammen. Heute besteht der Ortsverein höchstens noch zur Hälfte aus "Eurokraten".

Wahlkampfhilfe in Deutschland

Er bietet im Jahresdurchschnitt fünfzehn zentrale Veranstaltungen mit weit über tausend Teilnehmern an. Dazu gehören Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen mit Parteivorsitzenden, Ministerinnen und Ministern, Mitgliedern der EU-Kommission, Botschaftern, Europaabgeordneten und Wissenschaftlern. Dazu kommen Neujahrsempfänge, politische Kabarettabende und "Familienfeste". Der OV hat fünf Arbeitskreise, darunter eine Juso-Gruppe mit eigenem Programm und eine ASF-Gruppe

Der Ortsverein, der zum Unterbezirk Aachen gehört, nimmt mit seinen Delegierten und seinen Anträgen am Leben der Partei teil. Auf dem Hamburger Parteitag war er mit einem viel gelobten "internationalen" Stand vertreten. Mitglieder helfen beim Wahlkampf in Deutschland, und für den Europawahlkampf 2009 hat der OV eine Referentengruppe zusammengestellt. Die Zusammenarbeit mit den belgischen Parteien, mit den in Brüssel vertretenen sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien aus anderen Ländern und befreundeten politischen Stiftungen ist ständige Praxis. Einige Mitglieder haben zur Kommunalwahl in Belgien kandidiert.

Karl Marx im Gepäck

Spuren im Brüsseler Stadtbild hat der Ortsverein mit von ihm gestifteten Gedenktafeln hinterlassen, die mit Unterstützung des "Bourgmestre" Freddy Thielemans am Hause "Le Cygne" am Großen Markt (Grand' Place) an Karl Marx und die "Association Démocratique" erinnern, die sich hier trafen. Marx, ein Stammvater der Sozialdemokratie, lebte von 1845 bis 1848 als politischer Flüchtling in Brüssel. Er war auf Betreiben Preußens aus Frankreich nach Belgien ausgewiesen worden, weil er verbotenerweise für die von der radikalen deutschen Oppositionsbewegung herausgegebene Zeitung "Vorwärts! Pariser Deutsche Zeitschrift" geschrieben hatte, was den Unmut der deutschen Behörden erregt hatte.

Der OV Brüssel setzt sich für alle im Ausland lebenden Parteimitglieder mit dem Ziel ein, ihnen mehr Rechte in der Partei zu geben Weltweit gibt es SPD-Freundeskreise. Ein Seminar in Berlin im Dezember 2006 führte ihre Mitglieder in Berlin zusammen, ein Beweis für das gewachsene Interesse der Partei an ihren Mitgliedern im Ausland.

Für die Brüsseler ist ihr Ortsverein mehr als eine Parteistruktur: Er ist ihre Verbindung zur deutschen Politik und auch ein Stück Heimat. Er ist ihnen ans Herz gewachsen.

Eine Festschrift über 25 Jahre Geschichte wird zum Jubiläum vorliegen.

Webseite des Ortsvereins Brüssel: www.spd-bruessel.de


Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Econ Verlag

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Icon Rezension; Alexander Dill: „Gemeinsam sind wir reich"

Mehr Sozialkapital

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

 „Genug der Farce“, sagt sich Monsieur Demanet.

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt

Icon Film der Woche: Ufo In Her Eyes

„Ein ideologischer Schrottplatz“