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Starke Frauenpolitik gegen konservatives Frauenbild

Joris Steg • 25. August 2009

Foto: Joris Steg
Foto: Joris Steg

Frauen haben häufig bessere Noten als Männer und sind besser ausgebildet. Unter den Hochschulabsolventen sind deutlich mehr Frauen als Männer. Dennoch verdienen Männer immer noch erheblich besser als Frauen. Auch gibt es in den Führungsetagen von Firmen kaum Frauen. Wie kann also moderne Frauenpolitik aussehen, damit es zu einer wirklichen Gleichstellung von Mann und Frau und zu gleichen Zugangsmöglichkeiten im Beruf kommt?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung.

Eine moderne Frauenpolitik

Manuela Schwesig betonte, dass es "wichtig ist, dass wir eine eigenständige Frauenpolitik haben". Unter der CDU-Ministerin Ursula von der Leyen, die derzeit für Frauenpolitik zuständig ist, "gibt es sie nämlich nicht". Zu einer modernen Frauenpolitik gehören für die SPD-Politikerin "die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent in Aufsichtsräten von Unternehmen". Von zentraler Bedeutung sei außerdem der Mindestlohn, der besonders auch Frauen im Dienstleistungssektor zugute komme. Dem Mitglied im Team Steinmeier liegt am Herzen, dass Frauen nicht in konservative Rollenbilder gedrängt werden, sondern "ihren eigenen selbstbestimmten Lebensweg gehen können". Schwesig forderte für diese Ansätze gesetzliche Regelungen.

Franziska Drohsel wies daraufhin hin, dass die SPD in der Frauen- und Gleichstellungspolitik bereits viel erreicht und sich dabei gegen konservative Widerstände durchgesetzt habe. Schule und Universität zeigten, dass sich eine Gleichstellung von Mann und Frau erreichen lasse. Es falle aber auf, dass es nur sehr wenige Professorinnen gebe. Die Juso-Vorsitzende setzt sich dafür ein, dass Frauen auch nach Schule und Universität die gleichen beruflichen Möglichkeiten haben wie Männer. Hier gebe es erheblichen Nachholbedarf.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

In einem waren alle einig: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss unbedingt gegeben sein, damit Frauen und Männer in Ruhe arbeiten, aber auch in Ruhe Eltern sein können. "Daher will die SPD die Zahl der Partnermonate erhöhen", so Schwesig. Absolut notwendig sei dazu eine verbesserte Kinderbetreuung. Darüber hinaus bedeute soziale Familienpolitik, dass der Bildungsweg kostenlos und für jeden zugänglich ist: ein kostenloser Kitaplatz für jedes Kind, verstärkte frühkindliche Bildung, mehr Ganztagsschulen und ein gebührenfreies Studium. Schwesig verlangte zudem, "dass wir uns um die Kinder kümmern, die da sind" und dass nicht ständig auf steigende Geburtenraten gelauert werden soll. Tanja Dückers verwies darauf, dass die neoliberale Forderung, beruflich flexibel und mobil zu sein sich schwer mit der Gründung einer Familie vereinbaren lasse.

"Nur weil wir eine Bundeskanzlerin haben, wird nicht automatisch gute Frauenpolitik gemacht", setzt Manuela Schwesig noch einen drauf. Die SPD habe mit ihrer starken Frauenpolitik Antworten darauf, wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen und wie eine wirkliche Gleichstellung von Frauen und Männern zu erreichen sei. Die Partei, die vor 90 Jahren das Frauenwahlrecht erkämpft hat, wird auch in Zukunft für eine moderne Frauenpolitik stehen, so viel ist sicher.

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