vorwärts.de: Der Tag der Entscheidung kommt näher. Am 30. August wollen Sie Oberbürgermeister von Köln werden und es sieht bisher gut aus. Sind Sie siegesgewiss, Herr Roters?
Jürgen Roters: Die Entscheidung liegt am 30. August bei den Kölnerinnen und Kölnern. Da ich vor der Wählerentscheidung größten Respekt habe, werde ich jetzt noch nicht als Sieger auftreten.
Aber, wir haben für Köln drei Umfragen aus den letzten Wochen, und bei denen liege ich klar vorn in der Wählergunst.
Sie waren vier Jahre lang Polizeipräsident, danach sechs Jahre lang Regierungspräsident in Köln und kennen die Stadt. Was braucht Köln am dringendsten, nach zehn Jahren
CDU-Dominanz?
Köln braucht eine klare Verwaltungsführung, eine konsequente Ausrichtung auf gemeinsame Ziele und eine starke Lobby in Bund und Land. Die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen müssen
stärker als bisher zusammen und nicht gegeneinander arbeiten, denn Köln kann es besser!
Lassen Sie es mich versuchen: "Et kütt wie et kütt", "Et is noch emmer jut jejange" oder "Jede Jeck is anders" - welcher der kölschen Redewendungen können Sie am meisten abgewinnen und
warum?
Mein Favorit bei den kölschen Redewendungen ist ganz klar "Jede Jeck is anders". Die Kölner sind weit über die Stadtgrenzen hinaus für ihre Offenheit und Toleranz bekannt. Die Kölner
Geschichte ist eine der Integration. Aus dem bunten Völkergemisch ist aus meiner Sicht etwas ganz Besonderes entstanden, Köln, eine Stadt mit vielen Talenten und einem großen Herz.
Das Interview führte Michelle Schumann







