Die Initiative Steinmeier-wird-Kanzler e.V. ist eine unabhängige Unterstützergruppe, die den Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier unterstützen will.
In kurzen Video-Berichten und persönlichen Berichten beschreiben die Unterstützer ihre persönliche Sicht auf den Kanzlerkandidaten, aber auch ihre Erwartungen an Frank-Walter Steinmeier.
"Für uns, aber auch für viele andere Menschen, ist in der Politik zuviel Beliebigkeit und zu wenig eigene Positionierung." , so die Selbstbeschreiung auf der Seite. "Wir kennen Frank-Walter Steinmeier und wollen, dass er richtig erkannt wird von allen, die mehr von Politik erwarten als Raffinesse und Geschmeidigkeit."
Zu den Initiatoren gehört unter anderem Starfotograf Jim Rakete, Motor Music Chef Tim Renner, Musikmanager Michael Schöbel und Künstleragentin Antje Schlag.
vorwärts.de interviewte Antje Schlag, die zugleich Vorsitzende des Unterstützungsvereins ist.
vorwärts.de :Warum engagieren Sie sich im Wahlkampf?
Schlag: Zunächst einmal bin ich politisch interessiert und vertrete die Meinung, dass von der nächsten Bundestagswahl bedeutende politische Richtungsentscheidungen abhängen. Es ist nicht
egal, wer unser Land regieren wird. Um diese Bedeutung auch entsprechend zu vermitteln, wollen wir auf
www.steinmeier-wird-kanzler.de diejenigen zu Wort kommen lassen, die Frank-Walter Steinmeier kennen gelernt haben und die somit ihn und seine
Handlungen zu einem gewissen Teil beurteilen können. Viele dieser Geschichten erzählen davon, dass jede Begegnung
mit Frank-Walter Steinmeier Folgen hat. Sie vermitteln eine Begeisterung über die Nähe, Offenheit und Empathie, die von ihm ausgehen. Er ist ein aufmerksamer Zuhörer, er merkt sich jede
Anregung. Äußerungen, die ihn überzeugen fließen in seine Arbeit ein.
Warum für die SPD?
Für mich waren die Jahre mit Gerhard Schröder als Kanzler und die enormen Impulse, die von der rot-grünen Regierung ausgingen, entscheidend für mein politisches und aktives Engagement.
Die enormen Fortschritte in der Kulturpolitik, der Atomausstieg, die ökologisch nachhaltige Agrarpolitik, die familienpolitischen Entscheidungen, um nur einige Politikfelder zu nennen,
haben unserer Gesellschaft einen starken Schub gegeben. Ich will, dass das konsequent weiter betrieben wird.
Was genau macht Ihre Initiative aus?
Meine Mitstreiter und ich sind gut vernetzt in Kultur und Medien und haben Frank-Walter Steinmeier zum Teil schon vor seiner Zeit als Außenminister kennen gelernt. Unser Motor ist die große
Wertsschätzung, die wir ihm entgegen bringen und unsere gemeinsame Erfahrung, dass er ehrlich, kompetent und politisch glaubwürdig ist. Hinzu kommt zum Teil natürlich auch eine freundschaftliche
Verbundenheit. Wir haben erlebt, wie stark er sich in den letzten Amtsjahren für Auswärtige Kulturpolitik eingesetzt hat.
Viele Künstler haben ihn auf Reisen begleitet und ihn dort hautnah bei seiner Arbeit erlebt, sie haben an Veranstaltungen mit ihm teilgenommen, z.B. im Rahmen der zwei großen
Kulturkonferenzen des Auswärtigen Amtes, und waren unheimlich beeindruckt, wie klar und engagiert sein Einsatz für die Kultur ist. Diese unsere Erfahrungen wollen wir weitergeben.
Welche Reaktionen erleben Sie?
Sehr unterschiedliche, wir reden natürlich viel mit den sowieso an Politik interessierten Leuten, insofern gibt es kaum generell ablehnende Reaktionen . Aber klar ist auch, dass die eigene
Überzeugung ausschlaggebend ist, um die Menschen wirklich zu aktivieren. Entweder sie sind schnell dabei oder es braucht Zeit und Argumente.
Konnten Sie weitere Unterstützer gewinnen?
Ich will nicht zu viel verraten, denn die Leser sollen ja auf die Seite gehen. Dort werden wir regelmäßig neue Beiträge spannender und bekannter Personen veröffentlichen. Bisher haben sich
u.a. die Band BOSSHOSS, die Schauspielerinnen Natalia Wörner und Maria Schrader, Kameramann Michael Ballhaus, die Schriftsteller Moritz Rinke und Julia Franck und der Sänger Thomas Quasthoff
geäußert. Hinzu kommen viele Erwartungsbeiträge von z.B. Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt oder dem Unternehmer und Psychologen Prof. Peter Kruse.
Immer weniger Menschen interessieren sich für Politik, geschweige denn engagieren sich. Was sind die Ursachen dafür?
Sicher wirkt die so genannte Politikverdrossenheit wie ein Phänomen. Die Menschen verstehen politische Strukturen und Entscheidungswege einfach nicht mehr. Ich glaube, dass auch die
aktuelle gesellschaftliche Entwicklung, in der es sehr stark um eine Individualisierung und damit leider auch Entsolidarisierung geht, ihren Tribut fordert. Selbst zu gestalten, können sich die
meisten Menschen kaum noch vorstellen. Die Bereitschaft, sich in einem größeren Rahmen zu engagieren, fehlt zunehmend. Selbst wenn Ehrenämter bekleidet werden, ist der Glaube und die
Bereitschaft, gesamtgesellschaftlich etwas zu verändern, wenig greifbar.
Die letzten 20 Jahre haben, nach den hochpolitischen 70ern und 80ern, auch gezeigt, dass damalige gesellschaftsverändernde Umwälzungen zu Selbstverständlichkeiten im täglichen Leben geworden
sind, die, weil sie eben selbstverständlich erscheinen, auch nicht mehr hinter fragt werden. Es wäre ein Fehler, wenn sich die Erkenntnis breit macht, es gäbe nichts mehr, wofür sich zu kämpfen
lohnt. Seltsamerweise empfinden die Menschen die großen Themen, die noch vor uns liegen, als nahezu abgeschlossen oder nehmen sie nicht als ihre Eigenen wahr.
Sind die Politiker ausschließlich selbst schuld an der Politikverdrossenheit?
Durch die starke Mediatisierung und die viel zu schnelle Verbreitung von zum Teil stark verkürzten Inhalten immer und überall, hat sich eine ebenso schnelle Be- und Aburteilung von
Entscheidungen und politischen Ereignissen herausgebildet. Politiker müssen sich diesen Vermittlungsprozessen anpassen, manchmal bedienen sie diese aber auch viel zu stark. Das halte ich für ein
großes Problem.
Was müsste geschehen, damit aus unserer Zuschauerdemokratie wieder eine Mitmachdemokratie wird?
Es müsste eine stärkere Einbindung der Bürger in politische Prozesse geben. Vielleicht muss man den Bürgern doch mehr erklären. Politik muss auch Nähe (außerhalb des medialen Bildes)
schaffen, Politiker müssen präsenter sein. Vielleicht ist das direkte Gespräch mit dem Wähler doch hilfreicher, als manches TV-Interview.
Letztlich müssen Menschen auch das Gefühl haben, mitgestalten zu können. Entsprechende Angebote muss die Politik schaffen. Letztlich hoffe ich, dass das Anpacken großer Herausforderungen, die
Umsetzung von wichtigen, wenn auch oft unangenehmen Reformen, den Bürgern zugute kommt und letztlich Fortschritte bringt.
Auch in den Medien kommt die Politik oft nicht gut weg. Zurzeit heißt es oft "der oder die Macht ja nur Wahlkampf", als wäre das etwas, wofür man sich entschuldigen müsste. Was halten Sie
davon?
Absurd, weil es erstens aktuell zu ALLEN Themen die Behauptung der Medien gibt, dies wäre ein "nur" ein Wahlkampfthema und zweitens IST ja Wahlkampf und damit eine Zeit, in der Menschen
politisierter sind und auch bereit sind, mal genauer hinzu hören und nachzufragen. Das zu nutzen, ist doch nur logisch. Politiker zu kritisieren, wenn sie ihre politischen Ziele und Vorstellungen
äußern und damit um den Wähler werben, kann ich nicht nachvollziehen, denn schließlich ist das doch ihr Job.







