Die beiden haben zum einen außerordentliche Zivilcourage bewiesen und zum anderen einen besonderen Beitrag zur Verwirklichung der Menschenrechte in der Bundesrepublik und der Europäischen
Union geleistet haben.
Stefan Schmidt
rettete als Kapitän des deutschen Schiffs "Cap Anamur" im Juni in eigener Verantwortung 37 Menschen, die auf dem Fluchtweg nach Europa vor der italienischen Grenzkünste in Seenot geraten
waren. Für diese Rettungstat steht Kapitän Schmidt samt Journalist und damaliger Vorsitzende des Hilfskomitees "Cap Anamur" Elias Bierdel und dem 1. Offizier auf dem Schiff, Vladimir
Daschkewitsch, in Italien immer noch vor Gericht. Die Anklage: Bandenmäßige Beihilfe zur illegalen Einreise in besonders schwerem Fall.
Mouctar Bah kämpft seit dem qualvollen Verbrennungstod seines Freundes Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier am 7. Januar 2005 für die Aufklärung der Todesumstände. Hierfür
gründete er gemeinsam mit anderen die Oury-Jalloh-Initiative. Für sein Engagement wurde er der Webseite der NPD angegriffen und war nicht zuletzt rassistischen Beschimpfungen und körperlicher
Gewalt ausgesetzt.
Mit der Ehrung von Mouctar Bah und Stefan Schmidt will die Internationale Liga für Menschenrechte zugleich auf zwei skandalöse Probleme hinweisen: Einerseits auf das fortgesetzte Sterben
von Flüchtlingen, besonders aus Afrika vor den Toren Europas und andererseits auf die zunehmende Tendenz in Deutschland, Rassismus und Ausgrenzung gesellschaftlich und institutionell zu dulden.
Die Internationale Liga für Menschenrechte vergibt die Carl-von-Ossietzky-Medaille seit 1962.
Carl-von-Ossietzky-Medaille







