Die momentane Extremsituation könne noch zirka drei bis vier Wochen andauern, befürchtet Gaebler. Um die Lage zu entschärfen, seien aber noch keine gravierenden Veränderungen im Fahrplan
erforderlich, stattdessen sollen zunächst nur "einfache Lösungen" angestrebt werden. Zu überlegen sei, so Gaebern, zum Beispiel die Anzahl der Info-Tafeln in den Eingängen der Bahnhöfe erheblich
aufzustocken, um die Fahrgäste über Änderungen im Verkehrsbetrieb besser aufzuklären. Insbesondere an den Endpunkten (Bahnhof Zoo und Ostkreuz) gäbe es noch Nachbesserungsbedarf, konstatiert
Gaebler. Einen weiteren Nachbesserungsvorschlag könne darin bestehen, den Informationsgehalt der Schilder auf das Wesentliche zu reduzieren. Statt einer unüberschaubaren Fülle an Informationen,
die die Nutzer des Nahverkehrs geradezu erschlagen, könne bereits der Hinweis "hier geht es zum Ersatzverkehr" ausreichen. Dank der Medien, waren zwar die meisten Berliner auf den gestrigen Tag
gut vorbereitet worden. Für Touristen und einige Ausländer träfe das allerdings nicht zu, weshalb es eine Überlegung wert sei die Beschilderung auch in englischer Sprache auszuzeichnen.
Gaebler: S-Bahn-Geschäftsführung handelte "grob fahrlässig"
Den Einsatz von mehr regionalen Zügen, lehne Gaebler hingegen ab. Diese Forderung erweise sich als unrealistisch, weil Regionalzüge für die Beförderung dieser Menschenmassen nicht
konstruiert seien. Das würde lediglich zu noch mehr Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen führen. Er hoffe jedoch, dass bis Ende August wieder mehr Züge im Einsatz seien. Dann sei nicht nur die
Ferienzeit vorbei, sondern auch - wenn nicht schon früher - auch die Geduld der Menschen.
Für die derzeitigen Behinderungen im Öffentlichen Verkehrsnetz habe die S-Bahn Berlin GmbH "ihren Teil" dazu beigetragen, kritisierte Gaebler. Im Zuge der "Privatisierungsdoktrin" habe die
Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn durch rigide Einspar- und Umstrukturierungsmaßnahmen versucht, die vorgegebenen Gewinnmargen zu erzielen. "Es kann sein, dass durch bestimmtes Management
Kosten eingespart wird", gab Gaebler zu. Wenn aber Personal abgebaut werde, ohne dass zugleich Vorkehrungen getroffen werden, die eventuell aufkommende Engpässe abfedern können, dann sei das
Missmanagement. Für diese Methode sei der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin daher "grobe Fahrlässigkeit" vorzuwerfen, so Gaebler.
Abschließend forderte SPD-Fraktionssprecher, dass das Entschädigungsangebot der S-Bahn für alle Jahresabonnenten - im kommenden Jahr einen Monat kostenlos zu fahren - nachzubessern sei.
Jedoch müsse das Angebot auch auf die Monatskarteninhaber ausgeweitet werden. Deshalb riet er allen, die Fahrscheine vom Juli und August vorerst noch aufzubewahren und vorsichtshalber beim
Verkehrsverbund anzuzeigen.
Frage: Wie soll die S-Bahn Ihre Fahrgäste für die Ausfälle entschädigen? Reicht 1-Monat umsonst fahren für Jahresabonnenten? Geben Sie Ihren Kommentar ab!







