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Greenpeace-Experte: Wüstenstrom hat unglaubliches Potential

Andree Böhling • 15. July 2009

Foto: Solarworld
Foto: Solarworld

Kann Desertec zur deutschen Stromversorgung beitragen?

Die Produktion und der Import von Solarstrom aus den sonnenreichen Wüstengebieten Nordafrikas und den Ländern des Nahen Ostens ist eine reale Alternative zur derzeitigen europäischen Energieversorgung. Sie ist auch realistischer als die Abspaltung und Speicherung von Kohlendioxid (CO2) aus Kohlekraft oder der Neubau von vielen Atomkraftwerken. Die Technik ist seit Jahren erprobt und derart ausgereift, dass sie weltweit vor ihrem Durchbruch steht.

Die Vorteile des Solarstroms aus den Wüsten sind unübersehbar: Die Sonnenenergie steht kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung, von ihr gehen keine Gefahren aus und sie schont das Klima. Angesichts der riesigen Probleme, die mit der derzeitigen Nutzung von Öl, Kohle, Gas oder Atomkraft verbunden sind, wäre es fatal, auf die Chancen solarthermischer Kraftwerke verzichten zu wollen. Wüstenstrom kann laut einer Greenpeace Studie bis Mitte des Jahrhunderts etwa ein Viertel der weltweiten Stromversorgung sichern.

Deutschland kann den weltweiten Durchbruch der Solarstrom-Technologie befördern. Deutsche Unternehmen haben das Knowhow und die Finanzkraft für den Bau der Kraftwerke. Es ist verwunderlich, wenn die gleichen Leute, die vor nicht einmal einem Jahr das Gespenst einer drohenden "Stromlücke" in Deutschland und Europa an die Wand gemalt haben, nun behaupten, Wüstenstromimporte seien überflüssig. Angesichts des rasanten Ausbaus von Wind und Sonne in Deutschland und zusätzlicher Möglichkeiten durch Solarstromimporte sind neue Kohlekraftwerke noch überflüssiger geworden als sie ohnehin schon sind.

Die Debatte, ob wir Photovoltaik auf unseren Dächern oder Solarstrom aus den Wüsten nutzen sollen ist daher verkürzt. Wir werden angesichts der dramatischen Klimaveränderung ganz sicher beides brauchen! Genauso wie verstärkte Anstrengungen zur Energieeffizienz. Das Potenzial der Sonnenenergie in Wüsten kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn neben der Verbesserung der Energieversorgung vor Ort auch Solarstrom zu den Abnehmern in den großen Ballungszentren transportiert wird. Dies gilt für große Staaten wie China, Indien, Australien oder Indien genauso wie für Europa und Nordafrika.

Lesen Sie dazu den Beitrag von dena-Chef Stephan Kohler:

Solarstromtransport nach Deutschland macht keinen Sinn

Andree Böhling ist Energieexperte bei Greenpeace. Umfrage: Kann Solarenergie aus Afrika zur deutschen Stromversorgung beitragen?

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