Biotechnologie ist die globale Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Die Idee für ein gemeinsames Netzwerk Biotechnologie aller Ostseeländer wurde 2001 vom damaligen deutsche
Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Universität Greifswald entworfen, seit 2004 hat sie einen Namen: ScanBalt.
Das Netzwerk
2543 Wirtschaftsunternehmen aus Skandinavien, den Baltischen Staaten, aus Deutschland, Russland und Polen und Finnland gehören dazu: Medizingerätehersteller, pharmazeutische Firmen,
agrarorientierte Unternehmen und Produzenten von Diagnostika für Medizin und Chemie. Von Seiten der Bio-Wissenschaft gehören zu ScanBalt 1012 akademische Institutionen, Forschungszentren,
Hochschulen und Universitäten, Krankenhäuser und Kliniken. Dazu kommen 112 Investoren und Kapitalgeber, die sich in der Biotechnologie des Ostseeraumes engagieren.
Kluges Wachstum an der Ostsee. Das Projekt Smart Growth
Im August 2009 wird das Netzwerk in Rostock ein Wirtschaftsprogramm ScanBalt zur aktuellen EU-Strategie für den Ostseeraum vorlegen. Es trägt den Titel Smart Growth - Kluges Wachstum. Die
Biotech-Unternehmen an der Ostsee fit machen für den globalen Markt, das ist Aufgabe Nummer eins von Smart Growth. Gerade kleine Firmen brauchen Informationen über wissenschaftliche Innovationen,
Projekte und Programme; brauchen Kontakte, Großgeräte und Laborflächen und Unterstützung durch Mitwirkung bei Finanzierungen.
Ziel: Forschungsidee in der Heimatregion zum Erfolg verhelfen
Biotech an der Ostsee zu Mitteln und Mitarbeitern verhelfen, das ist Aufgabe Nummer zwei von Smart Growth. Ein Problem ist die Finanzschwäche vieler Firmen an der südlichen und östlichen
Ostseeküste. Die Forschungsidee ist gut, aber für die Umsetzung in ein Produkt fehlt das Geld und für den Vertrieb des Produktes überdies die Struktur. Große Unternehmen kaufen die Idee auf oder
nehmen gleich die ganze Forschergruppe unter Vertrag. Die Wertschöpfungskette in der Heimatregion der innovativen Ideengeber, Forscher und Entwickler ist unterbrochen. Im Jahr 2002 sind aus
derartigen Zusammenhängen heraus Ideen für ein Zehntel ihres späteren Produktwertes, geschätzte 60 Milliarden Euro, aus der Region "weggekauft" worden.
Biotech ohne Grenzen, das ist Aufgabe Nummer drei von Smart Growth. Zum Beispiel ist es überaus kompliziert oder unmöglich, aus deutschen Finanzmitteln eine schwedische Mitarbeiterin in
einem dänischen Büro zu beschäftigen, auch wenn es sich um ein deutsch-schwedisch-dänisches Gemeinschaftsprojekt handelt und der Erfolg allen Beteiligten gemeinsam zu Gute kommt.
Modellvorhaben Gesundheitsregion
ScanBalt-Bioregion nennt die Europäische Union den Ostseeraum, wenn sie von Biotechnologie spricht. Die Entwicklung der ScanBalt-Bioregion zu einer Gesundheitsregion gehört zu den aktuellen
europäischen Modellvorhaben, und für das entsprechende Arbeitsprogramm hat die Kommission gerade Deutschland zusammen mit Litauen den Hut aufgesetzt. Smart Growth ist dabei ein Hauptstück dieses
europäischen Aktionsplanes. Ein hübsches Politikfeld für die kommende Bundesregierung. Frank-Walter Steinmeier wird sich freuen.
SCAN BALT BRIDGE AWARD
Am 5. Oktober 2009 wird in Stockholm der ScanBalt Bridge Award verliehen.
Der ScanBalt Bridge Award soll länder- und fächerübergreifende Leistungen in den Lebenswissenschaften auszeichnen, insbesondere wo sie wegweisend sind für
ein kluges Zusammenwirken von Ökologie und Ökonomie. Er wendet sich an Forschergruppen, die den Ostseeraum überbrücken. Der Preis wird verliehen für internationale Kooperationsprojekte mit
Schwerpunkten in Biotechnologie, Medizin oder Gesundheitswirtschaft.
Zur Bewerbung eingeladen sind wissenschaftliche Arbeitsgruppen, internationale Kooperation im Ostseeraum ist eine Voraussetzung. Die Arbeitsgruppen können
sich selbst bewerben oder sie werden aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik im Ostseeraum, der ScanBalt-BioRegion, vorgeschlagen und dann von ScanBalt zur Bewerbung angeregt.
Mehr Informationen:
http://www.scanbalt.org/
http://www.life-science-nord.net/scanbalt/







