Rund 75 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke zu sinkenden Strompreisen führen würde. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des
Meinungsforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Selbst die große Mehrheit der CDU/CSU-Wähler (68 Prozent) glauben nicht an sinkende Strompreise durch
längere AKW-Laufzeiten, wie sie die eigene Parteiführung verspricht.
Nach der Panne im AKW-Krümmel laufen dem Betreiber Vattenfall offenbar die Kunden davon. Seit Anfang Juli wechselten mehrere Tausend Verbraucher in Hamburg zu anderen Stromanbietern, wie
das "Hamburger Abendblatt" berichtet. Beim Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick stieg demnach seit der Panne in Krümmel die Zahl der Neukunden um 70 Prozent von 300 auf täglich 500 Neukunden.
"Wir verzeichnen eine Vervielfachung der Neukunden in Vattenfall-Gebieten", so ein Sprecher des Unternehmens.
Hamburger SPD fordert Verschärfung des Atomrechts
Nach der Panne in Krümmel will die Hamburger SPD das Atomrecht verschärfen. "Wir fordern, dass zum Schutze des Gemeinwohls die rechtliche Durchsetzungsmöglichkeit der
Reaktorsicherheitsbehörden gegenüber unzuverlässigen Betreibern verbessert wird", sagte Hamburgs SPD-Chef Ingo Egloff am Dienstag. Ältere AKWs müssten vorzeitig
vom Netz genommen werden. Die Partei sprach sich zudem gegen längere Laufzeiten für Atomkraftwerke aus.







