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Wessen wie gedenken

Edda Neumann • 29. May 2009

Foto: pixelio.de Gerd Altmann
Foto: pixelio.de Gerd Altmann

"Wessen wie gedenken" lautete das Motto, unter dem der Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" und die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam ein Diskussionsabend in Berlin veranstalteten. Wie soll künftig die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus aussehen? Wie wirkt sie sich auf die aktuelle Debatte über den Rechtsextremismus aus? Diese Fragen sind schwer zu beantworten.
Klar ist, dass ohne das Wissen um die Vergangenheit die jetzige Situation kaum verstanden oder verändert werden kann.

Rechtes Gedankengut ist keine gesellschaftliche Randerscheinung

"Bestimmte historische Ereignisse dienen der rechten Szene häufig als Legitimation dafür, die deutsche Geschichte in eine Leidens- und Martyrergeschichte zu verwandeln", betonte Michael Sturm, Mitarbeiter der mobilen Beratung in Münster gegen Rechtsextremismus "mobim".

"Der Holocaust wird in der rechten Szene häufig aus dem historischen Kontext herausgerissen und in einem anderen Zusammenhang verwendet", so Michael Sturm. Der Begriff werde beispielsweise als "Bombenholocaust" umgedeutet, um das eigene "Leid" zu betonen.
"Dies war zuletzt im Februar dieses Jahres in Dresden zu beobachten. Hier fand anlässlich des Jahrestages der alliierten Bombenangriffe auf Dresden eine der größten Demonstration der rechtsextremen Szene nach 1945 statt."

Umgang mit der NS-Vergangenheit


Elke Gryglewski, Mitarbeiterin der Gedenkstätte "Haus der Wannseekonferenz" Berlin, warnte vor der falschen Annahme, dass rechtes Gedankengut nur eine Randerscheinung sei. "Vielmehr befindet es sich in der Mitte der Gesellschaft und häufig sind es auch Erwachsene, die damit sympathisieren."

"Die Aufgabe der Gedenkstätte umfasst zuallererst die Wissensvermittlung und die Sensibilisierung für das, was sich jüngst in diesem Land zugetragen hat", so Elke Gryglewski. Die Ausstellung im Haus der Wannseekonferenz soll die emotionale Seite der Besucher ansprechen. Die Täter, die Opfer und die Helfer sollen namentlich benannt werden." Es müsse aber auch gezeigt werden, wie es zum systematischen Massenmord gekommen ist.

Eine vielfältigere Erinnerungsarbeit fordert Michael Parak, Geschäftsführer des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie". "Mit mehr Unerschrockenheit und Mut sollte auch mal etwas Neues ausprobiert werden." Jedoch müsse dabei eine angemessene Form des Gedenkens gefunden werden.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Erinnerung an die NS-Zeit für die aktuelle Diskussion um rechtsextreme Szene nach wie vor sehr wichtig ist. "Die NS-Zeit ist ein Teil der deutschen Geschichte mit weit reichenden Folgen bis in die Gegenwart."
Eine gegenwartsorientierte und verantwortungsbewusste Auseinadersetzung mit dem historischen Nationalsozialismus sei die beste Möglichkeit, um gegen neonazistisches Gedankengut vorzugehen.

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