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Krise im Himmel

Fréderic Verrycken • 28. May 2009

Foto: Dirk Bleicker
Foto: Dirk Bleicker

Die aktuellen Erhebungen belegen das Ausmaß der Veränderungen bei den Fluggesellschaften. Nach einer Umfrage des Allensbacher Meinungsforschungsinstituts vom März dieses Jahres ist der Anteil der Deutschen, die definitiv keine Urlaubsreise planen, von 2005 zu 2009 von 22 auf 33 Prozent, und damit ziemlich genau um die Hälfte gestiegen. Noch hat die Hochsaison nicht begonnen, so dass konkrete Zahlen für die wichtigste Jahreszeit des Flugtourismus noch nicht vorhanden sind. Bei den ganzjährig stattfindenden Geschäftsreisen liegen sie indes bereits vor.

Der aktuelle Lufthansa Airplus Business Travel Index verzeichnete im April einen weltweiten Rückgang um 19 Prozent. Damit liegt Deutschland leicht über dem weltwei­-ten Trend. Denn hierzulande werden nach einer Erhebung des Verbandes Deutsches Reisemanagement aus dem gleichen Monat Einsparungen um 20 Prozent erwartet.

Fluggesellschaften wie die Lufthansa sind daher schon jetzt besonders stark von der Krise betroffen. Der Konzern rechnet mit einem deutlichen Ergebniseinbruch im Vergleich zum vorigen Jahr. Europaweit wird es nach Angaben der Pressesprecherin von Lufthansa, Claudia Lange, einen Kapazitätsabbau von sechs Prozent geben. Das Unternehmen wird zusätzlich zu anderen Einsparmöglichkeiten nicht an Veränderungen im Personalbereich vorbeikommen. Im Passagierbereich und beim Catering wird es zu Kurzarbeit kommen, bei LufthansaCargo wird die Kurzarbeit weiter ausgebaut. Zudem soll im IT-Bereich und beim Catering Fremdpersonal reduziert werden.

Auch an einem Unternehmen wie Air Berlin, das neben Geschäfts- und Einzelkunden viele Charterreisen aufweist, geht die Rezession nicht unbemerkt vorbei. 2008 rutschte das Unternehmen trotz des früh begonnenen Kostensenkungsprogramms "Jump" in die roten Zahlen. Auch 2009 wird ein schwieriges Jahr. Doch anders als bei vielen anderen Wettbewerbern wird es dort nach derzeitiger Planung laut Matthias von Randow, Bevollmächtigter des Vorstandes für Politik und Verkehrsrechte, keine Kurzarbeit geben. "Im ganzen Unternehmen wird daran gearbeitet, dass wir die Mannschaft halten können - das geht soweit, dass der Vorstand und die Leitenden des Unternehmens in diesem Jahr auf die Hälfte ihrer Tantiemen verzichtet haben", so von Randow.

Klimaschutz zahlt sich aus

Die beiden Unternehmen haben hin­gegen gemeinsam, dass sich gerade die Investitionen in den Klimaschutz jetzt finanziell auszahlen. Bei der Lufthansa machen sich die Kraftstoffeinsparungen besonders auf den Langstreckenflügen bemerkbar. Hier wird nur ein Prozent der Flugkapazitäten abgebaut werden müssen. Und auch für Air Berlin rentiert sich der Umweltschutz. Durch eine Modernisierung der Flotte und technische Innovationen, die zu einer Reduzierung des Treibstoffverbrauchs führen, sollen 2009 32 000 Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht 225 Transatlantikflügen von Düsseldorf nach New York.

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