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Icon   Bayern LB als Hotellier

CSU-Millionengrab am Obersalzberg

Martina Plötz • 28. May 2009

Foto: Bayern LB; pixelio.de, Marco Barnebeck
Foto: Bayern LB; pixelio.de, Marco Barnebeck

Offiziell heißt der Luxus-Tempel an den bayerischen Alpen zwar Intercontinental aber mehr als den Namen und den Hoteldirektor hat die international renommierte Hotelkette nicht gestellt. Koch, Zimmermädchen, Concierge und alle weiteren Angestellten im Hotel zahlt die Bayerische Landesbank über die eigens eingerichtet Gesellschaft Berchtesgaden Intercontinental Resort Betriebs GmbH. In Hotelkreisen galt der Standort von Beginn an als äußerst schwierig, so dass sich in der Branche kein Inverstor fand. So griff der frühere bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) zur Haus- und Hofbank der CSU. Die Bayerische Landesbank musste - gegen angebliche Bedenken der Banker - den Hotelbau über die institutseigenen Gewerbegrund GmbH finanzieren.

Gewinne werden privatisiert - Verluste sozialisiert

50 Millionen Euro hat der Bau des Hotels gekostet. 15 Millionen Euro Verlust produzierte das Hotel seit der Eröffnung im März 2005. Baukosten und Verluste trägt ausschließlich der bayerische Steuerzahler. Die Interconti-Kette schöpft die Gewinne ab und erhält eine gewinnunabhängige so genannte Management-Fee. Diese einseitige Verteilung der Lasten kritisiert die Opposition im Bayerischen Landtag scharf. "Hinter dem Rücken von Parlament und Öffentlichkeit hat offenbar die Bayerische Staatsregierung ein Betreibermodell für das Luxushotel Obersalzberg eingefädelt, das zu einem großen Verlustbringer für die Bayerische Landesbank und damit zu einer Belastung für die bayerischen Steuerzahler geworden ist", ärgert sich SPD-Fraktionschef Franz Maget.

Maget: Bayern LB für CSU-Interessen eingespannt

Die Selbstbedienungsmentalität ist es dann auch, die in der Öffentlichkeit für Kritik sorgt. Zwar sei es richtig gewesen für den Obersalzberg ein Konzept zu entwickeln, wie der braune Andenkentourismus verhindert werden könne. Doch der erneute sorglose Umgang der CSU mit Steuergeldern stößt bei der Bevölkerung angesichts der Milliardenverlust bei der Bayern LB auf Unverständnis. "Wie in vielen anderen Fällen wurde auch hier die Bayerische Landesbank für Interessen von CSU-Ministern eingespannt und in millionenschwere Verlustgeschäfte getrieben", fasst Maget die Kritik zusammen. SPD und Grüne im bayerischen Landtag fordern nun eine Untersuchung der Vorgänge. Sie sehen in der Obersalzbergpleite ein weiteres Argument dafür, dass die Oppositionsparteien einen Sitz im Kontrollgremium der Landesbank erhalten sollten, um das Bankinstitut besser kontrollieren zu können. Dies lehnt die CSU bislang ab.

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