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Icon   Vater des Grundgesetzes

Carlo Schmid

Susanne Dohrn • 29. April 2009

Schmid, der schon die Verfassungen der Länder Baden und Württemberg maßgeblich mit entworfen hat, setzt den Grundtenor. "Jedes Gebot und jedes Verbot bedarf eines Gesetzes und dieses Gesetz muss für alle gleich sein", so der Verfassungsrechtler am 8. September 1948 im Parlamentarischen Rat. Aus der Erfahrung des Nationalsozialismus heraus fordert Schmid: "Der Mensch soll Rechte haben, über die auch der Staat nicht verfügen können soll."

Carlo Schmid, geboren 1986, Sohn einer Französin und eines Deutschen, gehört zu den großen Sozialdemokraten des 20. Jahrhunderts. Von 1949 bis 1972 sitzt er für die SPD im Bundestag, ist mehr als zehn Jahre Bundestags-Vizepräsident, Minister, Mitglied im Parteivorstand und maßgeblich an der Erarbeitung des Godesberger Programms von 1959 beteiligt. Von 1969 bis zu seinem Tod 1979 ist er Koordinator für deutsch-französische Beziehungen.

Während des Nationalsozialismus ist er in Frankreich stationiert. Den Nationalsozialismus lehnt er ab und hat Kontakt zum Kreisauer Kreis und Helmut von Moltke. Die Scham jedoch bleibt, nicht genug dagegen getan zu haben, dass die Republik 1933 in die "Hände von Unmenschen" fiel. In seinen "Erinnerungen" schreibt er: "Ich und meinesgleichen sind schuld, weil wir uns zu gut waren, uns so tief zu bücken, wie die Erde unter dem Sternenhimmel liegt; jene Erde, in die man die Fundamente für Freiheit, Frieden,
Gerechtigkeit legen muss."

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