Ihr Ziel ist es, einen unmittelbaren, echten und dauerhaften Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen. Konkret bedeutet das: demokratiefähige, friedenswillige politische Kräfte bei
ihrer schwierigen Arbeit in den Palästinensischen Gebieten und in Israel zu unterstützen. Als Leiter des Büros der FES in Ost-Jerusalem habe ich mich in den letzten vier Jahren täglich dieser
Aufgabe gewidmet.
Wie sieht diese Arbeit konkret aus? Ein Beispiel: Gemeinsam mit unseren Kollegen aus dem israelischen Büro der FES haben wir den israelischen Geographieprofessor Shlomo Hasson und den
palästinensischen Städteplaner Rami Nasrallah und ihre Teams zusammen gebracht, um sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft Jerusalems zu machen. Entstanden ist daraus eine beeindruckende
Stadtstudie, die verschiedene Modelle für ein israelisch-palästinensisches Miteinander vorschlägt und mit Hilfe der Stiftung publiziert und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Durch diese Arbeit wollen wir die Mauern in den Köpfen der Menschen einreißen und einen Weg für gemeinsame Politik und gemeinsame Lösungen im Nahen Osten finden - über ein reines
Konfliktmanagement hinaus. Bei aller emotionaler Aufgeladenheit, die dieser Konflikt birgt, ist es für uns dabei wichtig, den Überblick zu wahren und nicht einseitig Partei zu ergreifen.
Fundiertes Gesamtbild schaffen
Gerade deshalb ist es entscheidend, beide Seiten in diesem Konflikt genau zu beobachten, sich ihre Lebenssituation und -umstände bewusst zu machen und ihre Standpunkte zu kennen. Nur so können
wir unsere Vermittlerrolle effektiv wahrnehmen, Mauern überwinden, für die Durchsetzung des Völkerrechts kämpfen und so den Menschen vor Ort eine Chance auf Frieden geben.
Das FES-Büro in Ost-Jerusalem ist dabei zuständig für die Palästinensischen Gebiete. Gemeinsam mit unseren palästinensischen Partnern verschaffen wir uns täglich einen Überblick über die
Lage der Palästinenser in den besetzen Gebieten und informieren darüber. Genau das Gleiche tut unser Büro in Tel Aviv auf israelischer Seite.
So entsteht ein fundiertes Gesamtbild, das zu vermitteln unser Anliegen ist. Wir stehen in der Tradition der sozialdemokratischen Außenpolitik. Wir engagieren uns für Völkerrecht und Frieden.
Wir wollen alte Denkmuster aufbrechen und eine echte Lösung für den Nahen Osten, für die Menschen in Palästina und Israel befördern. Die beschränkte Sichtweise, dass der Konflikt nur gemanagt,
nicht aber gelöst werden kann, ist ein gewaltiger Irrtum und muss überwunden werden. Natürlich ist ein Frieden im Nahen Osten möglich - daran glaube ich und dafür arbeite ich.
Knut Dethlefsen war bis Ende März 2009 Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem.
www.fespal.org
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www.vorwaerts.de/artikel/es-kommt-auf-das-gesamtbild-an







