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Energiewald aus der Kohlegrube

Karsten Wiedemann • 25. April 2009

Foto: Pixelio (berwis)
Wärme und Strom aus grüner Energie. Foto: Pixelio (berwis)

Die Welt bereitet sich auf ein Ende der fossilen Brennstoffe vor. Gas und Öl werden wohl noch in diesem Jahrhundert versiegen, die Kohle im Nächsten. Die Suche nach alternativen Energiequellen ist weltweit seit Jahren in vollem Gange.

In Brandenburg ebnen dabei die Hinterlassenschaften des "alten" Energieträgers Kohle den Weg für einen neuen und regenerativen, die Biomasse. Die Idee ist denkbar einfach: Auf den alten, brachliegenden Braunkohletagebauflächen werden neue, schnell wachsende, anspruchslose Bäume gepflanzt, die nach der Ernte als Hackschnitzel oder Heizpellets zur Wärme oder Stromgewinnung genutzt werden können.

Energiewende im alten Braunkohlerevier

Besonders deutlich wird der Wechsel von der fossilen zur regenerativen Energiewirtschaft im brandenburgischen Lauchhammer. Die Stadt lebte einst von der Braunkohle. Heute lässt hier unter anderem Vestas, Weltmarktführer beim Bau von Windkraftanlagen, seine Windräder fertigen.

In Lauchhammer entsteht derzeit zudem Deutschland größter Energiewald, auf dem ehemaligen Tagebau Kostebrau. In den letzten zwei Jahren wurden hier knapp 140 Hektar Pappel-, Robinien- und Weidenzöglinge gepflanzt. Insgesamt sind 400 Hektar Energiewald geplant, so Bürgermeisterin Elisabeth Mühlpforte. Pappeln und Robinien eignen sich gut für das Vorhaben, weil sie schnell wachsen, nach dem Abholzen wieder neu ausschießen. Zudem kommen mit den nährstoffarmen Böden auf den ehemaligen Tagebauflächen klar.

Alle zwei bis fünf Jahre werden die Hölzer geschlagen

Alle zwei bis fünf Jahre sollen die gewachsenen Hölzer geschlagen und im ortseigenen Heizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt werden. Damit könnten Schulen und andere kommunale Gebäude beliefert werden. Insgesamt soll der Energiewald einmal die Hälfte des gesamten Energiebedarfs von Lauchhammer decken. Bürgmeisterin Mühlpforte hofft, mit dem Wald Lauchhammer als "neue Energiestadt" zu etablieren.

Die klamme Gemeinde spart mit dem Projekt nicht nur bares Geld, sie trägt zudem zum Klimaschutz bei, nehmen die Bäume während ihres Wachstums doch eine große Menge des Klimagases Kohlendioxid auf. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft plant in Brandenburg weitere Energiewälder auf ehemaligen Tagebauflächen anzulegen. Sie bieten nicht zuletzt auch ein Alternative zur sonst üblichen Flutung.

Weitere Infos:

Stadt Lauchhammer www.lauchhammer.de

Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft www.lmbv.de

Dieser Artikel erscheint in der neuesten Ausgabe des vorwärts - ab den Samstag, den 25. April 2009 am Kiosk.

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