In der Presse wurde Sonneborn als "Partisan der Parodie" bezeichnet. Diesem Ruf wird der PARTEI-Chef mitsamt Entourage nur zu gerne gerecht. Das Büchlein lässt sich als Leitfaden dafür lesen, wie man eine Gesellschaft zum Diskurs animiert, indem man das politische Alltagsgeschäft mit subversiven Mitteln vorführt. So gesehen handelt es sich um Satire im besten aufklärerischen Sinne.
In teils brüllend komischen Episoden schildert Sonneborn beispielsweise, wie die PARTEI im Bundestagswahlkampf des Jahres 2005 durch Slapstick Wahlkampfspots auffiel, mit Spitzenkandidat Heinz Strunk ("Fleisch ist mein Gemüse") die Machtübernahme in Hamburg vorbereitete und sich mit vermeintlichen Gesinnungsgenossen in Georgien verbündete. Sonneborns lakonischer Duktus verstärkt die Komik, weil die Gutgläubigkeit mancher Lokalpolitiker und Passanten am Infostand schier ungefiltert den Leser amüsiert oder entsetzt.
Medienzitate spiegeln wider, wie offen dadaistische Forderungen - etwa der Rückbau der Dresdner Frauenkirche oder eine ummauerte "Raucherzone Ostdeutschland" - die Öffentlichkeit aufwühlen. Und wie diese damit die Grenzen der eigenen Humorfähigkeit offenbart.
Wer eines satirischen Denkanstoßes für neue politische Akzente bedarf, sollte das PARTEI-Buch lesen.
Martin Sonneborn, Das PARTEI-Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt, Kiwi, 8.95 Euro.







