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Strategie gegen weisse Flecken

Kai Doering • 22. April 2009

Foto: pixelio.de, Chris Adel
Foto: pixelio.de, Chris Adel

Das Internet ist grün. Wie riesige Wälder wirken die farbigen Tupfen auf der Übersichtskarte, die die Breitband-Verfügung in Deutschland zeigt. Doch während vor allem der Westen der Republik gut versorgt ist, klaffen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen noch große Lücken. Diese "weißen Flecken" zu schließen ist Ziel der Breitbandstrategie, die die Bundesregierung Mitte Februar vorgelegt hat.

Bis spätestens Ende 2010 sollen danach die bislang nicht versorgten Gebiete mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen abgedeckt werden. Acht Jahre später soll jedem Haushalt ein schneller Internetanschluss mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Das so genannte 56-K-Modem aus den Anfangszeiten des Internets bot eine Übertragungsrate von lediglich 56 Kilobit pro Sekunde und war damit bedeutend langsamer.

Abgeschnittene Landbevölkerung

Doch bis tatsächlich jeder der knapp 40 Millionen deutschen Haushalte über einen Internetanschluss verfügt, ist der Weg noch lang. Zwar nutzen etwa 60 Prozent der Deutschen bereits einen Breitbandanschluss - allerdings leben diese zumeist in den Städten. Sorgen bereitet hingegen die Versorgung auf dem Land.

"Die Bundesregierung geht davon aus, dass 615 Kommunen weder über Kabel noch über eine Funkverbindung an das Breitbandinternet angeschlossen sind", sagt Klaus Ritgen. Nach Ansicht des Referenten des Deutschen Landkreistags hat die Unterversorgung ländlicher Gebiete weniger technische als vielmehr wirtschaftliche Ursachen. Für Internetanbieter lohnten sich die hohen Investitionskosten wegen der geringen Nachfrage häufig nicht.

Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt die Kosten für einen flächendeckenden Glasfaserausbau auf bis zu 50 Milliarden Euro. Einen Kilometer Glasfaserkabel im Tiefbau zu verlegen koste bis zu 50 000 Euro. "Das sind Investitionssummen, die kein Unternehmen allein aufbringen kann", sagt Timotheus Höttges von der Deutschen Telekom.

Diesem Problem will die Bundesregierung mit ihrer Breitbandstrategie
begegnen. Sie beabsichtigt, beim Auf­bau von Infrastruktur künftig verstärkt Synergien zu nutzen. Wird eine Straße erneuert, sollen etwa Leerrohre mitverlegt werden, in denen später Glasfaserkabel Platz finden können. Auch Radiofrequenzen, die wegen fortschreitender Digitalisierung frei werden, sollen für die breitbandige Erschließung des ländlichen Raums mittels Funkstrecken genutzt werden.

"Leistungsfähige Breitbandnetze sind mittlerweile so bedeutend wie Gas-, Wasser- und Stromverteilnetze", ist die Bundesregierung überzeugt. Die wei­ßen Flecken sollten also schnell begrünt werden.

Weitere Informatioenen unter www.zukunft-breitband.de

Dieser Artikel erscheint in der neuesten Ausgabe des vorwärts - ab Samstag, 25. April 2009 am Kiosk.

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