Mit der Ratifikation der UN-Kinderrechtskonvention verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, Kinderrechte umzusetzen und regelmäßig dem UN-Ausschuss über die Umsetzung zu berichten. Am 4.
April erhält die Bundesregierung den nächsten Staatenbericht. Die Falken mischen kräftig mit: Als Mitglied der "National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland"
(NC) erarbeiten sie einen ergänzenden Bericht an den UN-Ausschuss.
Die Falken organisierten zudem ein Ferienlager, in dem Kinder und Jugendliche ihre rechtliche Situation diskutierten. Im "KinderrechteCamp 2008" überprüften über 1200 Kinder und Jugendliche
die Umsetzung der Kinderrechtskonvention. Sie diskutierten und entwickelten Forderungen für ein kindgerechtes Deutschland. Ihre Ideen und Meinungen sind auf der DVD "Hand in Hand für
Kinderrechte" gesammelt, die am Samstag dem UN-Ausschuss übergeben wird. Bis dahin präsentierten die Falken eine Woche lang täglich Schwerpunkte der Diskussion.
1. Mehr Respekt gegenüber Kindern und Jugendlichen
"Eigentlich sind wir doch auf gleicher Augenhöhe." (30.03.09)
Im Lebensbereich Politik haben die Kinder und Jugendlichen geäußert, dass sie sich sehr wohl für viele, vermeintlich »uninteressante«, Themen interessieren. Deshalb fordern sie mehr kind-
und jugendgerechte Informationsquellen sowie mehr Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten.
Kinder und Jugendliche wollen nicht gefragt werden, nur damit Kinder und Jugendliche auch zu Wort gekommen sind. Sie wollen ernst gemeinte Beteiligung und sie wollen greifbare Konsequenzen
dieser Beteiligung. Wer Beteiligung nicht kennt, kommt nur schwer mit ihr zurecht. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Partizipation von klein auf und in allen Lebensbereichen. Diese
Beteiligung gilt es gemeinsam auszugestalten und selbstverständlich alltäglich zu leben.
Vgl.: Artikel 12, 13 und 17, UN-KRK
2. Die Umwelt schützen
"Mit einer Erfindung berühmt werden, die Müll einfach in Nix auflöst." (31.03.09)
Im Lebensbereich Umwelt kritisieren Kinder und Jugendliche, dass es zu wenig Grünflächen gibt, auf denen sie spielen dürfen. Denn auf der großen grünen Wiese vor dem Haus steht meist ein
Schild mit der Aufschrift "Ballspielen verboten!" Und immer wieder heißt es, Vorrang für dreckige und laute Autos. Nicht zuletzt stinkt es ihnen, dass Menschen, die rauchen, auch Kinder und
Jugendliche gefährden, die einfach nur dabei stehen oder mit den Menschen zusammenleben.
Wenn alle Fahrrad fahren würden, wäre die Luft sauberer, die Menschen gesünder und besser für das Klima ist es ohnehin. Und damit viele Menschen mit der Bahn fahren, soll sie nichts kosten
und mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Kinder und Jugendliche wünschen sich eine Welt ohne Müll, in der die Menschen auf die Umwelt achten und sie schützen. Sie wünschen sich eine Welt,
in der viel mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren und in der die Straßen und Grünflächen eher zum Spielen da sind als für die Autos.
Vgl.: Artikel 3, 6 und 24, UN-KRK
3. Mehr Zeit in der Familie
" Jedes Kind soll ein zu Hause haben." (01.04.09)
Im Lebensbereich Familie kritisieren Kinder und Jugendliche, dass zu wenig gemeinsame Zeit für die Familie bleibt. Auch lässt die Gleichberechtigung sowohl zwischen Eltern und Kindern als
auch unter den Geschwistern oftmals zu wünschen übrig. Insgesamt nehmen Kinder und Jugendliche auch deutlich wahr, dass großer Druck und hohe Ansprüche auf ihnen lasten. Aus dieser Wahrnehmung
resultiert auch die Forderung nach Freiraum und Freizeit, die selbstbestimmt genutzt und gestaltet werden können und die Ablehnung von Leistungsdruck, Konkurrenz und Schulstress. Und der Wunsch
nach Zeit in der Familie, um etwa einfach mal gemeinsam eine Fahrradtour zu unternehmen.
Eine armutsfeste Existenzsicherung für Kinder und Jugendliche könnte den Druck mindern und bestmögliche Entfaltung und Entwicklung fördern. Sie wäre ein Beitrag dafür, den Teufelskreis der
vererbten Armut zu durchbrechen und würde wirkliche politische und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Vgl. bspw.: Artikel 3, 7, 12, 31, 32, UN-KRK
4. Ausgewogenes Verhältnis zwischen Bildung und Freizeit
"Die Kinderrechte sollen die Schule gestalten." (02.04.09)
Im Lebensbereich Schule betonen die Kinder und Jugendlichen, dass oftmals die schulischen Räumlichkeiten eine schlechte Lernatmosphäre schaffen und so erfolgreiches Lernen erschweren. Sie
spüren schon früh Konkurrenz- und Leistungsdruck, sich bestmöglich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können.
In der Schule wollen Kinder und Jugendliche bei Unterrichtsinhalten und Methoden ebenso mitentscheiden wie bei der Umsetzung der strukturellen und materiellen Gestaltungsspielräume. Das
gilt besonders für das Verhältnis zu den Lehrenden und die Gestaltung der eigenen Bildungsbiografie. Über ihr Lerntempo wollen sie ebenso mitreden wie bei der Frage, wie sie lernen - ob im
Klassenverband oder in Kleingruppen. Kinder und Jugendliche wollen lernen - aber sie erwarten dafür ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lernen und Freizeit. Und sie wünschen sie sich z.B. eine
Pausen-Lounge, in der sich SchülerInnen und LehrerInnen auf Augenhöhe und abseits der alltäglichen Rollenmuster begegnen und persönlich kennen lernen können.
Vgl. bspw.: Artikel 3, 12, 13, 28, 29 und 31, UN-KRK
5. Freiraum für Kinder und Jugendliche
"Mehr Platz für Kinder." (03.04.09)
Im Lebensbereich Freizeit kritisieren Kinder und Jugendliche, dass sie zu wenig Freiraum haben um selbst bestimmt die Zeit zu verbringen. Sie haben das Bedürfnis nach mehr Zeit und einer
anderen Zeitgestaltung. Außerdem sind viele Freizeitangebote zu teuer, sodass Kinder sie nicht nutzen können. Dieser fehlende Freiraum schränkt die kinderrechtlich garantierte bestmögliche
Entwicklung der jungen Menschen erheblich ein.
Kinder und Jugendliche brauchen Zeit und Raum, sich zu entwickeln und auszuprobieren. Sie sollen ihre Umgebung erforschen können. Es gehört zum Kind sein dazu, sich kreativ mit der Umgebung
auseinander zu setzen, den Raum selber gestalten zu können und damit seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Gerade in Städten sind aber viele Räume bereits verplant oder unzugänglich für Kinder
und
Jugendliche. Der Bau eines Parkhauses in einem dicht bebauten Stadtteil, auf der einzigen Grünfläche, wo Kinder ihren Freiraum haben, ist nicht im Interesse der Kinder. Dies müssen die
Verantwortlichen akzeptieren.
Vgl. bspw.: Artikel 3 und 31, UN-KRK
Für mehr Informationen oder Bestellung der DVD: www.SJD-Die-Falken.de oder Tel.: +49(0)30 - 261 030-14
(Quelle: Pressemitteilung der Falken)







