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„Wichtig ist der Konsum“

Susanne Dohrn • 16. March 2009

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Wie schätzen Sie die derzeitige Lage und die Entwicklung in diesem Jahr ein?
Nach drei wirtschaftlich guten Jahren befindet sich Deutschland auf einer konjunkturellen Talfahrt. Die US-Hypothenkenkrise hat sich zu einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ausgeweitet, von der auch Deutschland nicht verschont bleibt. An das Vorjahr werden wir wirtschaftlich nicht anknüpfen können. Stimmungslage und Erwartungen sind zu pessimistisch und lassen allenfalls die Hoffnung auf eine verhaltene Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte zu.

Welche Geschäftsbereiche sind mehr, welche weniger betroffen?
Durch die weltweiten Auswirkungen verspüren gerade Außenhandelsunternehmen erhebliche Zurückhaltung bei Investitionen und damit bei der Beschaffung von Versorgungsgütern. Auch einer der bisherigen Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung ist ins Stocken geraten: der Maschinen und Anlagenbau sowie die damit verbundenen vorgelagerten und nachgelagerten Wirtschaftszweige. Als noch stabil erweist sich der konsumnahe Bereich, doch zeigen sich auch hier zwischenzeitlich erste Vorboten, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise auch die Endverbraucher nahen Wirtschaftszweige zu erfassen droht.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Probleme?
Für die Wirtschaftsstufe des Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen ist entscheidend, dass das Vertrauen gestärkt wird. Die Menschen brauchen Zuversicht, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert werden wird. Dies ist wichtig, damit der Konsum weiterhin als stabilisierender Wirtschaftsfaktor wirken kann. Entscheidend wird aber sein, die Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen. Dazu bedarf es politischer Signale für die Belebung von Konjunktur und Beschäftigung.

Mit den beiden Konjunkturpaketen wurden Investitionen in die Infrastruktur angeschoben, Entlastungen bei Steuern und Abgaben beschlossen, generelle, aber auch sektorspezifische Maßnahmen auf den Weg gebracht. Wie man zu diesen Maßnahmen auch immer stehen mag, nun kommt es darauf an, dass diese Maßnahmen möglichst schnell und effektiv Wirkung entfalten können. Begleitet werden müssen diese Maßnahmen jedoch von einer gesicherten Finanzierung von Unternehmen, gerade im Mittelstand. Der Bankensektor muss wieder die "klassische" Finanzierung von Unternehmen ausweiten.

Wie bereitet man sich auf die Zeit nach der Krise vor?
Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um im internationalen und heimischen Wettbewerb bestehen zu können. Diese Anstrengungen zahlen sich heute aus. Obwohl Unternehmen sich zunehmend mit verschärfenden Finanzierungsanforderungen konfrontiert sehen, halten die Unternehmen an ihren Investitions- und Beschäftigungsplänen weitgehend noch fest. Wenn die Trendwende zum Besseren einsetzt, werden Know-How und Fachkräfte gefragt sein. Auch kommt es darauf an, den Kopf wegen der Krise nicht in den Sand zu stecken, sondern sich dem geänderten wirtschaftlichen Umfeld zu stellen. Fokussieren sollten sich die Unternehmen auf ihre spezifischen Stärken und auf die Erschließung bislang ungenutzter Marktperspektiven.

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