Der Politikwechsel war dringend erforderlich, denn in den vergangenen 15 Jahren mussten bereits 700 bayerische Hauptschulen schließen, weitere stehen vor dem Aus. Die Schülerzahlen gehen,
grade auf dem Lande, immer weiter zurück.
Der bayerische SPD-Bíldungsexperte Hans-Ulrich Paffmann begrüßte den Start der Kooperationsschule. Die Kooperation dürfe allerdings nicht auf die reine organisatorische Zusammenarbeit
beschränkt werden, sondern müsse mit Leben gefüllt werden, so Paffmann.
Dazu gehöre, dass die Lehrpläne angepasst und es eines Mittleren Reife-Abschluss an jeder Kooperationssschule geben müsse. Wichtig sei außerdem die individuelle Förderung der Schüler mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter zu stärken .
Leider hat sich die Staatsregierung auch hier wieder ein Hintertürchen offen gelassen. Denn das Kultusministerium unterstreicht, dass es weiterhin auf eigenständige Schularten setzt.
Wenig mutig also, ist dieser neuerlich Kompromiss in der bayerischen Bildungspolitik. Auch wenn nicht nur die Opposition, sondern auch der kleine Regierungspartner FDP sich nun erhoffen, dass das Kooperationsmodell der Einstieg in eine neue, eigenständige Schulart ist.
Doch die Christsozialen haben wieder einmal Angst - Angst davor, dass das Modell wohlmöglich Schule machen könnte. Und dann hätten sie vielleicht versehentlich etwas auf den Weg gebracht, was
sie nicht mehr stoppen können. Frei nach dem Motto: Besen den rief, werd ich nun nicht los.







