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„Ein wunderbares Paar“

Kai Doering • 05. March 2009

Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 2009: Henning Scherf, Christina Rau, Richard Schröder, Bianca Richter, Gesine Schwan und Franz Münt
Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 2009: Henning Scherf, Christina Rau, Richard Schröder, Bianca Richter, Gesine Schwan und Franz Müntefering (v.l.), Foto: Kai Doering

Es war ein doppeltes Jubiläum. Für die Verleihung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises 2009 hatte sich der SPD-Parteivorstand just den Tag ausgesucht, an dem dessen Namensgeber zum ersten sozialdemokratischen Bundespräsidenten gewählt wurde: den 5. März 1969. "Die Konservativen dachten damals, die Bundesrepublik würde ihnen gehören", erinnerte sich SPD-Chef Franz Müntefering. "Das hat ihnen Gustav Heinemann aber schnell ausgetrieben."

In einer schwierigen Zeit sei er der richtige Präsident gewesen, betonte auch Gesine Schwan, die am 23. Mai Heinemanns Nachfolgerin als erste sozialdemokratische Bundespräsidentin werden möchte. Er sei "Vertrauensanker für die jungen Menschen" gewesen, "vorbildlich in Mut und Nüchternheit". Tugenden, die auch die diesjährigen Träger des Bürgerpreises auszeichnen.

Bürgerinitiative in der NPD-Hochburg

So gründete Bianca Richter im sächsischen Ort Reinhardtsdorf-Schöna, einer NPD-Hochburg, die Bürgerinitiative "Demokratie anstiften". Gemeinsam verhinderten sie 2006 die Wahl eines rechtsextremen Bürgermeisters und verringerte das Wahlergebnis der Neo-Nazi-Partei um 100 Stimmen - und das trotz täglicher Anfeindungen. "Sie zeigen ungeheuren Mut und Zivilcourage", lobte Gesine Schwan. "Wir wünschen uns viel mehr Frauen wie Sie."

"Solange es Menschen gibt wie Sie, ist uns um die Demokratie nicht bange", meinte auch Franz Müntefering. Die Gesellschaft müsse jedoch stets wachsam sein und jede Form des Rechtsextremismus bekämpfen. "Demokratie ist kein Schaukelstuhl", mahnte der SPD-Chef. Jeder sei gefordert, sich für sie einzusetzen.

Mittler zwischen Ost und West

Seit vielen Jahren tut dies Richard Schröder. Der engagierte Bürgerrechtler und Mitbegründer der SDP hat nicht nur die friedliche Revolution in der DDR 1989, sondern auch den andauernden Vereinigungsprozess zwischen Ost und West maßgeblich geprägt. "Du stehst stets mit beiden Beinen fest auf dem Boden und bist trotzdem im Glauben tief verwurzelt", charakterisierte Gesine Schwan den 65-Jährigen. Mit dem Gustav-Heinemann-Bürgerpreis würdige die SPD besonders Schröders Mittlerdienste.

"Klagen ist leicht, Bessermachen nicht immer", befand Franz Müntefering. Dennoch hätten sich die Preisträger für den zweiten Weg entschieden. Damit stünden sie in guter Tradition Gustav Heinemanns. Dies verbinde beide. Auf den Punkt brachte es schließlich der Kuratoriumsvorsitzende des Bürgerpreises, Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf: "Ihr seid ein wunderbares Paar."

Die Reden von Gesine Schwan und Franz Müntefering können hier im Wortlaut heruntergeladen werden.

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