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Der Holocaust-Vergleich von Bischof Mixa

Martina Plötz • 02. March 2009

Foto: dioezesanpastoralrat-regensburg.de
Foto: dioezesanpastoralrat-regensburg.de

Mixa hatte nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" bei einem Empfang der Dinkelsbühler CSU gesagt, der Holocaust sei ein schreckliches Verbrechen, aber auch heutzutage würden Verbrechen gegen das Leben begangen. So sei die Zahl der sechs Millionen getöteten Juden inzwischen durch die Zahl der Abtreibungen überschritten worden. Neun Millionen Embryonen seien nach Expertenschätzungen in den vergangenen Jahrzehnten abgetrieben worden.

Mixa ist der Ansicht, dass Kirche nerven müsse, wenn es um die Frage von Lebensschutz, Ehe und Familie gehe. Es mag durchaus das Anrecht des Klerus sein, unbequeme Fragen zu stellen und auch hartnäckig ihre Positionen zu vertreten. Aber gerade der bewusste Tabubruch beim Thema Shoa, der organisierten Vernichtung von 6 Millionen Juden, mit der Abtreibung, überschreitet Grenzen. Grenzen, die nicht mehr mit dem katholischen Bedürfnis nach Aufklärung in eigener Sache begründet werden können.

Jene Bischöfe, die im Namen der Kirche den Holocaust relativieren, in dem sie diesen in Bezug mit Abtreibung setzen, oder aber wie der Piusbruder Williamson ganz leugnen, verschaffen ein positives Klima für Judenhass in der Gesellschaft. Was müssen Antisemiten, Neonazis und Parteien am äußersten rechten Rand in den vergangenen Wochen gejubelt haben?

Der deutsche Papst Benedikt begnadigt einen Leugner von Gaskammern, einen Leugner der systematischen Massenvernichtung der europäischen Juden. Und erst nach einer Austrittswelle, nach Protest der Kirchenbasis, wurden auch unter den deutschen Bischöfen allmählich kritische Stimmen laut.

Und jetzt also wieder einmal Mixa, der den Holocaust-Vergleich bestimmt nicht versehentlich verwendet hat. Er muss sich der Reaktion und der Aufmerksamkeit bewusst gewesen sein, die er damit auslöste. Wenn nicht, sollte er vielleicht ein paar Nachhilfestunden in deutscher Geschichte absolvieren. Dieser Tabubruch wurde wissentlich begangen, um in den Medien zu erscheinen. Und er wird damit umso verachtenswürdiger. Sind wir in Deutschland schon wieder so weit?

Ovationen vom rechten Rand

Mixa durfte der öffentlichen Aufmerksamkeit sicher sein, und hätte bedenken müssen, dass seine Äußerungen wieder einmal jenen bürgerlichen Kreisen Aufwind verschafft, in denen nationales, antisemitisches Gedankengut vor sich hinschlummert. Kreise, die nur darauf warten, dass ihr offener Antisemitismus wieder in breiten akademischen Kreisen gepflegt werden kann.

Nicht die Provokation eines Mixa an sich ist so verachtenswürdig, sondern die unbedachte oder aber einkalkulierten Ovationen des rechten, braunen Randes. Von einer Kirche, die sich während des Nationalsozialismus alles andere als vorbildlich verhalten hat, darf man zu Recht anderes erwarten.

Bleibt zu hoffen, dass die Bischofskonferenz solchen Äußerungen aus ihrer Mitte widerspricht - oder aber die Gläubigen, wie bei Piusbruder Williams Flagge zeigen. Einen ganz einfachen Weg allerdings hätte Kabarettist Christian Springer anzubieten. Er weiß: "In Bayern gibt's ein Sprichwort: Wenn die Männer spinnen, brauchen's eine Frau."

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