Artikel (Archiv) > Gesine Schwan: Visionen denken lernen

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   Debatte über soziale Marktwirtschaft

Gesine Schwan: Visionen denken lernen

Vera Rosigkeit • 02. December 2008

Foto: Nicole Maskus

Nur 34 Prozent der westdeutschen und lediglich 19 Prozent der ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger haben eine positive Meinung von der sozialen Marktwirtschaft. Liegt es am Konzept oder nur an der aktuellen Ausprägung, fragt die Hochschulprofessorin Gesine Schwan in einem aktuellen Beitrag in der " Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Ihre Antwort: Nach dem Globalisierungsschub der 80-er Jahre und den neoliberalen Reformen sei von dem einstigen deutschen Erfolgsmodell kaum noch was übrig geblieben.

Leiharbeiter als Opfer der Krise

So kauften sich Hedge-Fonds in Traditionsfirmen ein und würden diese unter einen bisher nicht gekannten Renditedruck setzen. Die Flucht der Arbeitgeber aus den Tarifverträgen und Arbeitgeberverbänden sei nicht zu stoppen, der Flächentarifvertrag sei auf dem Rückzug. Schwans weitere Bilanz: "Zugleich verlieren die Gewerkschaften an Organisationsmacht. Die Reallöhne stagnieren. Einige Unternehmen sehen in Billigarbeit eine Alternative zur hoch qualifizierten deutschen Facharbeit und heuern in großer Zahl Leiharbeiter als industrielle Reservearmee an - die ersten Opfer der jetzigen Krise."

Debatte über Wirtschaftsmodell führen

Für Schwan steht fest, dass ein bloßes "Weiter so" unter "falschen Etiketten neue Ungerechtigkeiten" produzieren werde. Die SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt fordert eine Diskussion darüber, "was die Wurzeln unseres Wirtschafts- und Sozialmodells in der Vergangenheit ausgemacht hat, was wir davon bewahren wollen und wie wir uns für die Zukunft rüsten können." Der Staat sei mehr als ein Reparaturbetrieb in Krisenzeiten. Wenn wir eine zukunftsgerichtete Debatte führen und uns am Ende darauf verständigen, auch diesen neuen Gesellschaftsvertrag als soziale Marktwirtschaft zu bezeichnen, ist dies nur zu begrüßen.

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Econ Verlag

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Icon Rezension; Alexander Dill: „Gemeinsam sind wir reich"

Mehr Sozialkapital

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

 „Genug der Farce“, sagt sich Monsieur Demanet.

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt

Icon Film der Woche: Ufo In Her Eyes

„Ein ideologischer Schrottplatz“