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Eduard Bernstein (1850-1932): Theorie der Reform

Edda Neumann • 25. November 2008

Foto: Metropolis Verlag
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Mit seinem Hauptwerk "Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie" von 1899 und den zwischen 1896 und 1898 in der "Neuen Zeit" erschienenen Artikeln "Probleme des Sozialismus" eröffnete Eduard Bernstein den Revisionismusstreit in der deutschen Sozialdemokratie. Er vertrat die These, die Sozialdemokratie könne die Erneuerung der Gesellschaft über den Weg eines Reformprozesses herbeiführen. Seine Parteifreunde, darunter Rosa Luxemburg, August Bebel, Karl Kautsky und Wilhelm Liebknecht, begegneten ihm mit scharfem Widerspruch, weil seine Ansätze der Marxschen Theorie entgegenstünden. Bernsteins Theorie der Reform jedoch sollte für die Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen.

Verkannter Vordenker

In seiner gleichnamigen Schrift beschreibt Eduard Bernstein die Entwicklung der Arbeiterbewegung vom späten Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert. Dabei geht es ihm vornehmlich um eine genaue Darstellung der politischen und gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiterbewegung. Die zentralen Ideen der Arbeiterbewegung stellt er als etwas Besonderes heraus: Gleichheit, Gemeinschaft und Selbstbestimmung zählen hierbei zu den festen Grundsätzen. Sie bestimmen letztlich den strukturellen Aufbau der Parteien und Gewerkschaften, des Rechts und die Ethik des Klassenkampfes sowie das Verhältnis der Gesellschaft zum Staat. Bernstein ging nämlich davon aus, dass sich diese Ideen zwar nur langsam durchsetzen, dafür aber die Gesellschaft allmählich von innen her umgestalten würden.

Bernsteins Schrift "Die Arbeiterbewegung" ist 1910 erstmals erschienen und wurde nun neu aufgelegt. Anlass genug also, das Leben und Werk des "verkannten" Politikers und Theoretikers neu zu beleuchten. Hans G. Nutzinger unternimmt diesen Versuch. Einst als Revisionist verschrien, erscheint Eduard Bernstein mit seinen Ansätzen aus dieser neuen Perspektive noch immer aktuell.

Interessante Fachlektüre

Für die Herausgabe dieser wissenschaftlichen Schrift werden sich überwiegend Fachkreise und Spezialisten begeistern. Der in diesem Thema weniger versierte Leser wird bei der Lektüre einige Mühe aufwenden und vielleicht das Eine oder Andere nachschlagen müssen. Trotzdem leistet Hans G. Nutzinger eine wichtige Arbeit, denn vor dem historischen Hintergrund der Arbeiterbewegung ist es möglich, Zusammenhänge zwischen der damaligen und der heutigen wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Situation der Arbeitnehmer herzustellen. Dafür gebührt ihm Dank.

Hans G. Nutzinger: Eduard Bernstein: Die Arbeiterbewegung, Metropolis 2008, 311 Seiten, 24, 80 Euro, ISBN-13: 978-3895186516

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