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Yes, we can

Dagmar Günther • 10. October 2008

Piper Verlag
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Am 4. November 2008 finden die Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Pünktlich dazu und rechtzeitig davor legt Kult-Satiriker Michael Moore seinen ultimativen Wahlführer vor. Er beantwortet die dringlichsten Fragen der amerikanischen Nation, wie "Warum ist McCain so wütend", "Trinken die Demokraten aus Schnabeltassen und lassen sie beim Schlafen das Licht an?", "Werde ich mit einem lausigen Notendurchschnitt ins Electoral College (Gremium das den Präsidenten und dessen Vize wählt) aufgenommen?", "Warum ist republikanisch heute das schmutzigste Wort in den USA?" oder "Wie viele Demokraten braucht es, um die aussichtsreiche Wahl in der amerikanischen Geschichte zu verlieren?"

Schonungslos hält er der amerikanischen Gesellschaft den realsatirischen Spiegel vor. Er vergleicht den Kongress mit dem sowjetischen Politbüro, entlarvt die Schwächen des amerikanischen Wahlsystems und erklärt, warum Zählen wichtiger ist als Wählen. Doch lässt er den Wähler anschließend nicht im Regen stehen, sondern macht "sechs bescheidene Vorschläge zur Reparatur unseres desolaten Wahlsystems".

Neuer Kurs und anderer Kongress
Wer nun denkt, Michael Moore zieht über alles nur her, irrt gewaltig. Im Gegenteil, Mike engagiert sich für einen neuen Kurs der amerikanischen Politik und einen anderen Kongress. "Ein aufregender Wahlkampf steht uns bevor: Obama gegen McCain", schreibt er in seiner Einleitung. "Der eine Kandidat hat uns eine Präsidentschaft versprochen, die sich von allen anderen unterscheidet und die Hoffnungen vieler Menschen für das 21. Jahrhundert erfüllen soll. Der andere Kandidat sagt, er habe keine Ahnung, wie man einen Computer benutzt." Und so sind die "Zehn Erlasse des Präsidenten für sein ersten zehn Tag", die er Mr. Obama mit auf den Weg gibt, genauso bitterernst gemeint, wie die Anleitung dazu, wie man die Sache doch noch versiebt und McCain an die Macht bringt. Ganz zu schweigen von den 35 Anklagepunkten gegen Georg W. Bush und "seine Bande von Scharlatanen und Verbrechern"!

Brandaktuell, hoch politisch, höchst amüsant!


Michael Moore: Yes, we can, Mikes ultimativer Wahlführer, Piper Verlag, München 2008, 237 Seiten, 10 Euro, ISBN 978-3-492-05298-6

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