Stegner sagte im Deutschlandfunk, die SPD sei keine Kommandopartei und sehne sich nicht danach zurück, "dass da irgendeiner Basta sagt". In der SPD gelte, was 90 Prozent der Parteimitglieder wollten und nicht, wofür die zehn Prozent plädierten, die auf dem Parteitag in Hamburg verloren hätten, betonte der schleswig-holsteinische SPD-Chef , der als Vertreter des linken SPD-Flügels gilt. Stegner betonte zugleich, die Wahl Franz Münterings zum neuen SPD-Vorsitzenden unterstützen zu wollen. Der Schleswig-Holsteinische Landesverband und er selbst werden dem neuen Vorsitzenden, wenn er schließlich gewählt sei, "die gleiche Loyalität und Solidarität entgegenbringen wie Kurt Beck". Er habe sich zwar am Wochenende bei der Abstimmung über Müntefering im SPD-Vorstand enthalten, das sei aber "in gar keiner Weise" ein Votum gegen Müntefering gewesen. Er hätte sich aber Zeit zwischen dem Rücktritt von Kurt Beck und der Nominierung der Nachfolge gewünscht, so Stegner. SPD-Vize Andrea Nahles sagte, dass Kurt Beck keine Chance mehr gesehen habe seiner Partei zu dienen, liege auch an "Heckenschützen aus den eigenen Reihen". Sie verwies aber auch auf die mediale Kampagne gegen Beck. Sie dankte diesem dafür, "dass er das auf sich genommen hat" und "so konsequent und mit Würde sein Amt zur Verfügung gestellt hat", so Nahles im "Südwestrundfunk". Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, sagte, er hätte sich einen würdigeren Abgang für Kurt Beck. gewünscht. "Es ist unglücklich, dass es sich so entwickelt hat", sagte Kahrs am Montag der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Dennoch habe die SPD mit der Festlegung auf Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat und Franz Müntefering als Parteichef eine gute Ausgangsbasis für den Bundestagswahlkampf gelegt. Die Vorsitzende der Jungsozialisten in der SPD (Jusos), Franziska Drohsel, bedauerte den Rücktritt von Beck. "Kurt Beck stand und steht für die Integration und Partizipation der Partei und die Beschlüsse des Hamburger Parteitages", so Drohsel. Mit dem Personlawechsel dürfe kein programmatsicher Rückschritt verbunden sein. Sie forderte eine stärkere Ausrichtung der Politik an sozialer Gerechtigkeit.







