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Er führte die Sozialdemokraten im Exil wieder zusammen

Horst Heimann • 23. November 2005

Hans Vogel (1881 – 1945)
Hans Vogel (1881 - 1945)

Vogels politische Biografie war typisch für viele damals führende Sozialdemokraten: Nach seiner Handwerkerlehre ging er 1897 auf Wanderschaft. Die Begegnungen mit den "roten Handwerksburschen, (den) Bazillenträgern des sozialdemokratischen Optimismus" (Willy Brandt), motivierten ihn, SPD-Mitglied zu werden. Über zahlreiche Funktionen und Mandate - 1912 bis 1918 Mitglied des Bayerischen Landtags, 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordneter, 1927 Sekretär im Parteivorstand - wurde er 1931 neben Otto Wels Vorsitzender der SPD.

Die Flucht vor den Nazis 1933 führte ihn mit dem Exilvorstand, dessen Vorsitzender er 1939 nach dem Tod von Otto Wels geworden war, nach London. Dort schuf er mit Erich Ollenhauer die Voraussetzungen zwar nicht für die Einheit von SPD und KPD, aber für die organisatorische Wiedervereinigung aller demokratischen Sozialisten in der SPD: Am 19. März 1941 wurde in London die "Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien" gegründet, deren Vorsitzender Hans Vogel wurde. Diese Organisation vereinte Menschen, die die Theorie und Praxis der SPD nach 1945 entscheidend geprägt haben: Waldemar von Knoeringen und Richard Löwenthal kamen von "NeuBeginnen", Willi Eichler, ein Vater des Godesberger Programms, vom "Internationalen Sozialistischen Kampfbund" (ISK), Willy Brandt von der "Sozialistischen Arbeiterpartei" (SAP).



Quelle: vorwärts Sonderausgabe, Parteitag 11/2005

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