500 Gäste kamen in den Kölner Stadtgarten: Kunst- und Kulturschaffende, Wirtschaftsvertreter und Politiker verbrachten hier einen geselligen Abend in entspannter Atmosphäre mit guten und
intensiven Gesprächen. So begegnete die Politik - bei politischen Sommerfesten keine Selbstverständlichkeit - nicht nur sich selbst.
Auf der Gästeliste standen Persönlichkeiten wie IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel, die Schriftstellerin und Schauspielerin Renan Demirkan, der TV-Journalist und -Produzent Friedrich
Küppersbusch, Ex-WDR-Intendant Fritz Pleitgen sowie Universitätspräsident Professor Hartmut Ihne - um nur einige zu nennen.
Kraft: "Wunderbarer Rahmen für politische Debatten"
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft begrüßte die Gäste. In diesem Jahr nicht nur als Regierungschefin des einwohnerstärksten Bundeslandes, sondern zugleich als Präsidentin des Bundesrates
und damit als Inhaberin des protokollarisch zweithöchsten Staatsamtes - nach dem Bundespräsidenten.
In ihrem Grußwort dankte Hannelore Kraft dem vorwärts-Verlag für den "wunderbaren Rahmen für politische Debatten und interessante Gespräche innerhalb und außerhalb der sozialdemokratischen
Familie".
Vor einem Jahr habe man sich im Kölner Stadtgarten noch ganz frisch in Regierungsverantwortung getroffen. "Damals haben wenige daran geglaubt, dass wir heute noch hier stehen", scherzte Kraft. Doch ihre Regierung habe sich als stabil und voll handlungsfähig erwiesen. Man habe "eine klare Linie für NRW" durchgehalten und nach dem Motto "versprochen und gehalten" regiert. Vieles aus dem Koalitionsvertrag sei umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden. Als Beispiel nannte Kraft die Reformen im Bildungsbereich, das Tariftreuegesetz und das Klimaschutzgesetz.
Die Ministerpräsidentin betonte, ihre Minderheitsregierung werde "keineswegs von der Linken toleriert", wie man immer wieder lesen könne. Vielmehr gebe es "sehr bunte Abstimmungen im Landtag". Mal bekomme man Unterstützung von der CDU, mal von der FDP und mal von der Linken.
Hannelore Kraft nahm das vorwärtsNRW.Sommerfest zum Anlass, die Wichtigkeit des Gespräches mit dem Bürger zu betonen. "Wir wollen Kümmererpartei bleiben, wir wollen immer die Nähe und das Gespräch suchen, auch mit solchen Veranstaltungen."
Knüpfer: Die SPD und der "vorwärts" sind Schwestern
vorwärts-Chefredakteur Uwe Knüpfer zeigte sich als guter Gastgeber für die Gäste aus NRW: "Der vorwärts kommt heim nach Köln" betonte er bei seiner Begrüßung und verwies auf die langen
Jahre der Zeitung in der früheren Bundeshauptstadt Bonn. "Die SPD und der vorwärts sind wie Schwestern", sagte Knüpfer. Beide dienten der sozialdemokratischen Bewegung.
Schließlich überreichte Knüpfer Hannelore Kraft noch ein Geschenk: Ein Porträt aus der Feder von Schnellzeichner Gero, dem 10-fachen Weltmeister im Schnellzeichnen. "Das hätte ich mir schon
vor einem Jahr gewünscht", bedankte sich Kraft. Da habe ihr Mann sie nach dem kräftezehrenden Regierungswechsel in Düsseldorf kaum gesehen. In jedem Fall werde das Bild einen Ehrenplatz zu Hause
bekommen, versprach die Ministerpräsidentin.
Ganz im Gegensatz übrigens zur Hektik des politischen Berlin war die Stimmung im Kölner Stadtgarten ausgesprochen entspannt. Und das, obwohl die NRW-SPD mit den Grünen eine
Minderheitsregierung führt, der im Landtag ein Sitz zur Mehrheit fehlt.
Kölner Stadtgarten: große kulturelle Bandbreite
Sicher hat auch der Kölner Stadtgarten seinen Teil zur heiteren Stimmung beigetragen. Er ist - unter anderem - eine der weltweit populärsten Spielstätten für Jazz und aktuelle Musik ist.
Die Palette reicht von Hip Hop und Soul bis hin zu elektronischer Musik und Reggae. Seit 2007 ist das Konzerthaus im Stadtgarten zudem Spielstätte der MusikTriennale Köln, einem der weltweit
größten Musikfestivals, das Klassik, Jazz und Weltmusik miteinander verbindet.
Mit mehr als 400 Veranstaltungen im Jahr deckt das Programm des Stadtgartens inzwischen eine große kulturelle Bandbreite ab. Im Konzertsaal sowie im "Club 672" kommt aktuelle Musik genauso
auf die Bühne wie zeitgenössische Literatur und politische wie gesellschaftliche Diskussionsrunden. Jeden Samstagabend verwandelt sich auch ein Teil des Restaurants in einen Konzertsaal für
regionale Jazz-, Soul- und Funkbands. Der Eintritt ist stets frei.







