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Gemeinsam ein Zeichen setzen

Gabriele Nandlinger • 05. September 2011

Laut gegen Rechts in Schwerin am 2. September in Schwerin. / Foto: Amadeu-Antonio-Stiftung
Laut gegen Rechts in Schwerin am 2. September in Schwerin. / Foto: Amadeu-Antonio-Stiftung

Eine typische Provokation a la NPD: Ein Flugzeug mit dem Werbeslogan der braunen Partei kreist langsam über die Marstallhalbinsel vor dem Schweriner Schloss. Aber die vielen tausend Menschen, die dort am Freitag vor der Wahl zusammengekommen sind, lassen sich davon nicht beirren. Eine fantastische Partystimmung herrscht auf dem Gelände am Schweriner See. Die Menschen, darunter auffallend viele junge, sind gekommen, um laut gegen rechts zu sein - und das wird mit Nachdruck demonstriert.

"Keiner will die NPD, jagt sie fort", so schallt es von Bühne. Die Musiker und die engagierte Moderatorin Mo Asumang appellieren immer wieder an das Publikum, am Sonntag wählen zu gehen und auch andere zur Stimmabgabe für die demokratischen Parteien zu mobilisieren. Der gigantische Konzertmarathon wird von bekannten Bands und Musikern wie "Polarkreis", Tim Bendzko, "Luxuslärm" sowie "Storchkraft" und vielen anderen lautstark unterstützt.

Eine friedliche und demokratische Mehrheit

Und das ist ganz im Sinne der Veranstalter. Die Initiative WIR -Erfolg braucht Vielfalt, ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Unternehmensverbänden, Akteuren der Zivilgesellschaft und engagierten Einzelpersonen, hat für den Freitag vor der Wahl das Konzert "Laut gegen Rechts - Nazis aus dem Takt bringen" ins Leben gerufen.

Die Initiative will erreichen, dass die NPD am Wahlsonntag aus dem Landtag fliegt, sagt Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Nord und Mitinitiator von WIR. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die NPD das ganze Land zumülle, so Schlüter. Für das Tourismus- und Exportland Mecklenburg-Vorpommern seien die Nazis Gift, die verlogenen Wahlplakate der NPD stießen die Gäste und Geschäftspartner ab. Mit dem Konzert sollte vor allem auch dokumentiert werden, dass es eine friedliche, demokratische und gewaltfreie Mehrheit in dem Bundesland gebe.

Man habe sich aus Enttäuschung über die letzte Landtagswahl zusammengetan, erklärt Lothar Wilken von der Hauptgeschäftsführung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Die Nationalsozialisten von der NPD behinderten oder zerstörten die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Das Konzert auf der Marstallhalbinsel verstehen die WIR-Initiatoren deshalb auch als so etwas wie Ehrenrettung für und einen Dienst an dem schönen Bundesland, unterstreicht Schlüter. Die verfassungsfeindliche NPD habe in den Parlamenten von Land und Kommunen nichts zu suchen. Es gelte, eine große Gegenöffentlichkeit zu mobilisieren und eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Die vielen Tausende auf der Marstallhalbinsel und 12 000 Facebook-Unterstützer im Vorfeld für "Laut gegen Rechts" geben hier ein positives Signal.

"Nehmt die Oma mit zur Wahl"

Da bleibt auch die Politik nicht außen vor. Sylvia Bretschneider, die Präsidentin des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern betont, wie wichtig es sei, dass "jede und jeder am Sonntag von seinem Wahlrecht Gebrauch macht und mitbestimmt, wie die Zukunft unseres Landes aussieht." Manuela Schwesig, die Landessozialministerin und stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende appelliert an rund 8000 Anwesenden, gemeinsam ein Zeichen zu setzen und am Sonntag zur Wahl zu gehen.

Gemeinsam zusammenstehen und die Nazis aus dem Landtag rauskriegen, das war auch der Tenor der Spitzenkandidaten von SPD, Grünen, CDU und Linke, die zusammen auf der Bühne auftraten und sich klar gegen die Neonazis positionierten. Auch die demokratischen Spitzenkandidaten Erwin Sellering (SPD), Lorenz Caffier (CDU), Helmut Holter (Die Linke), Gino Leonard (FDP) und die Spitzenkandidatin Silke Gajk (Bündnis 90/Die Grünen) für die Landtagswahl wenden sich mit deutlichen Appellen an das Publikum, am Sonntag zur Wahl zu gehen und auch andere zu mobilisieren, um den Wiedereinzug der rechtsextremen NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern. DGB-Chef Schlüter ergänzt: "Nehmt auch die Oma mit!"

"Laut gegen Rechts"-Bilder bei der Amadeu-Antonio-Stiftung Der Text erschien im blicknachrechts.de

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