Artikel (Archiv) > Leben mit der Mauer

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   Ronny Kern: Siebzehn Kilometer Grenze

Leben mit der Mauer

Andy Pöttgen • 19. August 2011

Cover: Verlag Berlin Brandenburg
Cover: Verlag Berlin Brandenburg

17 Kilometer lang war das Stück Mauer, das Treptow von Neukölln und Kreuzberg trennte. Damit war es das längste innerstädtische Stück der Berliner Mauer. Der letzte Tote an der Mauer kam hier ums Leben. Chris Gueffroy wurde im Februar 1989 erschossen. Bis heute sind 23 Tote, die am Treptower Mauerabschnitt umkamen, bekannt. Fluchtgeschichten, erfolgreiche wie gescheiterte, stellt das Buch da. Es zeigt Bilder von Fluchttunneln und gibt über Zeitzeugeninterviews Einblicke von Fluchtbeteiligten.

Auf 240 Seiten finden sich 171, teils bisher unveröffentlichte, Abbildungen. Ronny Kern hat über die 17 Kilometer Berliner Mauer geschrieben, die Treptow zum Westen der Stadt abgrenzten. Er zeichnet mit der Beschreibung des Weges zur Mauer, des Baus und der Weiterentwicklung der Anlage sowie ihres Abbaus den historischen Verlauf der Grenze genauso nach wie die Themen Flucht, Tod und Alltag an der Treptower Mauer.

Einzigartiges Material

Der studierte Historiker Kern recherchierte von April bis November vergangenen Jahres. Mit Zeitzeugen führte er Interviews, die an vielen Stellen des Buches einfließen und verstehen lassen, wie die Mauer auch in der Treptower Bevölkerung ihre Spuren hinterließ. Nach einer Projektvorstellung im November 2010 meldeten sich viele Bürgerinnen und Bürger, deren Bilder verwendet wurden: "Dadurch haben wir viele Bilder aus Privat-Archiven bekommen", erklärt Kern. So entstand ein beeindruckender Einblick in die Geschichte der Mauer in Treptow.

Konservierung von Geschichte

Man muss nicht aus Treptow kommen, um das Buch gerne zu lesen. Die klare Sprache schafft Verständnis, einführende Worte zu den Themen nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Berliner Geschichte. Die passend eingefügten Interviews mit Zeitzeugen bereichern das Buch. So leistet Ronny Kern einen Beitrag, Zeitgeschichte zu konservieren und für die Zukunft nachvollziehbar zu machen. Seine Hoffnung sei, "dass viele Treptower sich mit ihrer Vergangenheit im Buch wieder finden", sagte Kern bei der Buchvorstellung.

Um die Mauergeschichte hat sich nun die Ausstellung im Museum Treptow erweitert. Die neuen Ausstellungsstücke können das erste Mal während der langen Nacht der Museen Berlin am 27. August besichtigt werden. Weitere Informationen: www.lange-nacht-der-museen.de Museum Treptow Sterndamm 102 12487 Berlin http://www.heimatmuseum-treptow.de/sites/museumtreptow.htm "Siebzehn Kilometer Grenze - Die Berliner Mauer in Treptow 1961-1989" Ronny Kern Verlag Berlin Brandenburg 240 Seiten
ISBN: 978-3-942476-22-5
€ 17,95

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Westend Verlag

Icon Rezension; Jürgen Roth: „Gazprom – Das unheimliche Imperium"

Putins unheimliches Imperium

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

 „Genug der Farce“, sagt sich Monsieur Demanet.

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt

Icon Film der Woche: Ufo In Her Eyes

„Ein ideologischer Schrottplatz“