In dieser Gesellschaft fühlte Klaus Wowereit sich sichtlich wohl. Die Berliner Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) hatte den Regierenden Bürgermeister am 17. August zu einem
frauenpolitischen Empfang in den Zoo eingeladen. Und mehrere hundert "Berlinerinnen für Klaus Wowereit" kamen.
"Wenn Frauen Männer unterstützen, muss auch immer etwas gezahlt werden", weiß Wowereit. Doch der Regierende Bürgermeister ist bereits in Vorleistung gegangen. "In Berlin wurde in den
vergangenen Jahren eine gute Infrastruktur für Frauen geschaffen", lobte die Vorsitzende der Landes-ASF, die Bundestagsabgeordnete Eva Högl. "Da hast du eine Menge erreicht. In dir haben wir
einen starken Bündnispartner für die Interessen von Frauen."
Männer müssen mehr Qualität zeigen
"Es gibt sicher Erfolge, aber auch immer noch große Diskrepanzen bei der Gleichstellung", zeigte sich Wowereit dennoch selbstkritisch. Es gehe vor allem darum, in Zukunft noch mehr
Möglichkeiten zu schaffen, Familie und Beruf zu vereinbaren. "Wenn wir das nicht hinkriegen, bleibt die Gleichstellung ein Phantom." Berlin setze daher auf ein flächendeckendes Angebot an
Kindertagesstätten.
Das weit verbreitete Gerücht, Frauen wollten keine Karriere machen, könne er nämlich nicht bestätigen. "Frauen wollen", ist sich Wowereit sicher. Auch hier sei die Hauptstadt ein gutes
Beispiel: Mit der Berliner Stadtreinigung BSR und den Verkehrsbetrieben BVG würden bereits zwei große Unternehmen von Frauen geführt.
"Männer müssen künftig mehr Qualität zeigen, wenn sie einen Chefposten haben wollen", ist Wowereit überzeugt. Dass er das Rote Rathaus auch gegen eine weibliche Herausforderin verteidigen
wird, dürfte damit klar sein.







