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Gabriel: Kein Zusammenhang zwischen Oslo und Sarrazin

Lars Haferkamp • 29. July 2011

Klarstellung: SPD-Chef Sigmar Gabriel fühlt sich missverstanden, Foto: D. Bleicker
Klarstellung: SPD-Chef Sigmar Gabriel fühlt sich missverstanden, Foto: D. Bleicker

"Keine der zuletzt bei uns oder anderswo geführten Debatten könne ein Vorwand sein für Gewalttaten, wie wir sie in Norwegen erleben mussten", so der SPD-Chef. Allerdings seien Politiker auch für das politische Klima in ihrem Land verantwortlich. Gabriel warnte erneut davor, gleichgültig gegenüber Fremdenhass und ausländerfeindlichen Strömungen zu sein. "Unsere Gesellschaft darf nicht achselzuckend schweigen, wenn unsinnige Ängste vor Überfremdung geweckt und Menschen gegen andere Menschen ausgespielt und gegeneinander in Stellung gebracht werden."

Werden Verrückte durch Sarrazin legitimiert?
Einen Tag zuvor hatte Gabriel gesagt: "In einer Gesellschaft, in der der Antiislamismus und die Abgrenzung von anderen wieder hoffähig wird, in der das Bürgertum Herrn Sarrazin applaudiert, da gibt es natürlich auch an den Rändern der Gesellschaft Verrückte, die sich letztlich legitimiert fühlen, härtere Maßnahmen anzuwenden." Attentäter wie Anders Behring Breivik hätten dann den Eindruck, der schweigenden Mehrheit zum Durchbruch zu verhelfen. "Das ist ja deren Wahnvorstellung."

Nicht alles mit allem verrühren
Der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, warnte im "Tagesspiegel" vor unzulässigen Einfachungen: "Für seine Analyse ist alleine Herr Gabriel verantwortlich. Ich würde so weit nicht gehen. Alles wird mit allem verrührt. Es fehlt dann an der Präzision der Analyse." Wiefelspütz betont, er wolle keineswegs falsch verstanden werden als Fan von Sarrazin. Dieser sei "borniert, statistikgläubig, herzlos und zynisch". Dennoch sei Gabriels Hinweis "nicht hilfreich", im Gegenteil: "Sarrazin auch nur im Nebensatz in Verbindung zu bringen mit Norwegen, finde ich unangemessen."

Berechtigte Islamkritik nicht diskreditieren

Die Schriftstellerin Monika Maron warnte in der "Welt" davor, Islamkritik pauschal zu diskreditieren. Es sei inakzeptabel, die Kritik am Islam, und damit Kritik am politischen Allmachtsanspruch einer Religion, am archaischen Rechtssystem, an der Missachtung und Unterdrückung der Frauen für den terroristischen Akt eines Geisteskranken verantwortlich zu machen.

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