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Raus – und zwar sofort

Kai Doering • 13. July 2011

Abschalten – und zwar sofort. Das fordert der BUND. Foto: Kai Doering
Abschalten – und zwar sofort. Das fordert der BUND. Foto: Kai Doering

"Wir haben eine echte, nachhaltige und unumkehrbare Energiewende nach Fukushima noch nicht erreicht", sagte Weiger bei der Vorstellung des Jahresberichts 2010 am Mittwoch in Berlin. Mit dem in der vergangenen Woche beschlossenen Gesetzespaket sei lediglich der Rechtszustand von 2002 unter Rot-Grün wieder hergestellt worden - "allerdings mit einer De-Facto-Verlängerung der Reaktorlaufzeiten von eineinhalb Jahren".

"Wir werden weiter für den Sofortausstieg und eine echte Energiewende kämpfen", kündigte der BUND-Vorsitzende an. Weiger treibt die Angst um, dass der nun beschlossene Ausstieg für das Jahr 2022 erneut rückgängig gemacht werden könnte - etwa wenn in einigen Jahren ein Energieengpass drohe. Am liebste wäre ihm ein Verbot der Atomenergie im Grundgesetz.

"Atomkraftwerke wegsparen"

Die aktuelle Diskussion über die so genannte Kaltreserve zeige ja, dass der Ausstieg jederzeit aufgeweicht werden könne: Die Bundesnetzagentur hatte am Dienstag angedeutet, dass eines der sieben bereits abgeschalteten Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen könne, um im kommenden Winter Stromausfälle zu vermeiden.

Für Hubert Weiger gilt daher das Motto "Atomkraftwerke wegsparen". In den Haushalten gebe es noch "erhebliche Energiesparpotenziale", etwa beim Stand-by-Betrieb von Geräten oder der Heizungspumpe. "Da müssen wir die Bevölkerung umfassend aufklären", forderte Weiger.

Und auch politisch möchte der BUND weiter Druck machen. So will sich der Verband bei den bevorstehenden Protesten gegen ein Endlager in Gorleben im kommenden Herbst "intensiv beteiligen". Und auch an den Standorten der noch laufenden Atomkraftwerke soll "der Kampf verstärkt" werden. Und schließlich kündigte Weiger an: "Wir werden bei der Bundestagswahl 2013 dazu aufrufen, nur Kandidaten zu wählen, die sich für eine echte Energiewende einsetzen." Mit jetzt gut 280 000 Mitgliedern ist der Einfluss nicht zu unterschätzen.

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