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Icon   Für den Nachwuchs unter den Modeschöpfern ist gesorgt

Hinter den Kulissen von Berlin

Christian Janssen • 12. July 2011

Der ''Backstage''-Bereich des Veranstaltungszeltes (Bild: Christian Janssen)
Der ''Backstage''-Bereich des Veranstaltungszeltes (Bild: Christian Janssen)

Der Modenschau "im_puls" am 9. Juli 2011 war ein "Casting" mit den potentiellen Laufstegmodellen am 5. Juli und 6. Juli 2011 in den Räumen der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) vorausgegangen. Die Vorbereitungen in den Räumen des Zeltes der Veranstaltungsreihe "Mercedes-Benz Fashion Week BERLIN" am Tage der Modenschau dauerten von 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr und verliefen eher ruhig. Nach dem Eintreffen der Modelle gegen 7.00 Uhr wurde sogleich mit dem Schminken und Frisieren begonnen, da dies erfahrungsgemäß die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Für einen geordneten Ablauf sorgte unter anderem der "Make-up Artist" Boris Entrup, indem er den Modellen an den Schminktischen klarmachte: "Ohne Make-up geht hier keiner heraus!" Danach wurden bei einer einstündigen Laufstegprobe mit den Modellen die letzten Feinheiten der Choreographie geklärt; die Reihenfolge war bereits vorab festgelegt worden. Währenddessen wurden die vorzuführenden Kleidungsstücke zugeordnet und aufgebügelt.

Für einen Augenblick brach ein wenig Unruhe aus, als ein bestimmtes Paar Schuhe gesucht wurde. Doch dies konnte die allgemeine Ordnung nicht gefährden. Die Hochschulangehörigen, für die eine Modenschau in einem solchem Rahmen eine Herausforderung darstellte, erhielten eine Hilfestellung seitens der Veranstalterin; so unterstützte sie die für den "Backstage"-Bereich verantwortliche Mitarbeiterin der IMG GmbH bei der Beaufsichtigung der anwesenden Presseleute. Zur Überraschung der Hochschulangehörigen fand sich noch der Münchener Modeschöpfer Guido Maria Kretschmer dort ein und schaute sich ein wenig um. Dazu erklärte der "Backstagemanager" Peter Schramm, der an der HTW im sechsten Semester Modedesign studiert: "Wir haben uns sehr darüber gefreut und hoffen, dass es für Herrn Kretschmer ein interessanter Morgen war."

Zugegen waren obendrein Kameraleute, die für den Fernsehsender " bio. THE BIOGRAPHY CHANNEL" das Leben angehender Modeschöpfer porträtierten und "hinter die Kulissen einer Modeschule" blickten. Die Wahl war zugunsten der HTW ausgefallen, weil nach Auskunft des Produzenten der mehrteiligen Dokumentation "DIE MODEMACHER" Emanuel Rotstein die HTW unter den gefragten Hochschulen und Modeschulen - es gibt in Berlin neun entsprechende Einrichtungen - am ehesten geneigt gewesen war, sich den Filmemachern zu öffnen. Mit ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gab die HTW, dem Motto ihrer Modenschau gemäß, einen Impuls für den Standort Berlin. In der Dokumentation sollen neben den Porträtierten bekannte Persönlichkeiten aus der Modewelt zur aktuellen Lage der Modebranche, zu Berlin als Modestadt und zu ihrem eigenen Wirken Stellung nehmen. Bei einer Pressevorführung am 12. Juli 2011 in den Räumen der HTW machte Prof. Horst Fetzer das rege Interesse am Modedesign deutlich, denn von den ungefähr fünfhundert Bewerbern jährlich erhielten in der Regel nur vierzig einen Studienplatz. Hervor stach noch das gefilmte Interview mit dem Berliner Modeschöpfer Michael Michalsky; er gab den derzeitigen und künftigen Modeschöpfern etwas mit auf den beruflichen Weg: "Egal welchen Beruf man wählt, man ist sowieso nur gut in dem Beruf, wenn's mehr als ein Beruf ist, wenn's 'ne Leidenschaft ist."

Am 5. Juli 2011 waren die Kollektionen der Studenten und Absolventen der Universität der Künste Berlin (UdK) auf der Modenschau "Schau 11" in der Veranstaltungsstätte "Trafo" zu sehen. Erneut beeindruckte manch übergroße Kopfputz. Auch an der UdK hatte der "Bologna-Prozess" seine Spuren hinterlassen. War es vormals lediglich um die Kollektionen der Absolventen gegangen, so war nunmehr eine Unterteilung in die Bereiche "Bachelor" und "Diplom" erforderlich. In das Theater "ADMIRALSPALAST" strömten die Modebegeisterten am 7. Juli 2011, um sich die Modenschau "MD.H Catwalk 2011 - VOL. 3: SPARKLING" der MEDIADESIGN HOCHSCHULE FÜR DESIGN UND INFORMATIK GMBH (MDH) anzuschauen. Da diese Einrichtung auch in München ansässig ist, lag es nahe, nicht nur die Kollektionen der Berliner Studierenden, sondern auch diejenigen der Münchener Studierenden zu zeigen. Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee (KHB) nutzte wieder das Haus der Kulturen der Welt als Örtlichkeit. Doch diesmal, und zwar für die Modenschau "seefashion11" am 8. Juli 2011, war die Terrasse als Schauplatz ausgewählt worden. Unter der abendlichen Sonne erstrahlten die farbenfrohen Kleidungsstücke, insbesondere ein goldfarbener Overall.

Innerhalb der Veranstaltungsreihe "Mercedes-Benz Fashion Week BERLIN" rangen am 6. Juli 2011 die Modeschöpfer Marc Buscha, Lena Hasibether, Jonathan Christopher Hofwegen, Alexandra Kiesel und Markus Schmidbauer als Teilnehmer des Wettbewerbes " DESIGNER for TOMORROW" um die Gunst der Jury mit dem US-amerikanischem Modeschöpfer Marc Jacobs als Vorsitzendem, wozu die Nominierten auf einer Modenschau ihre Kollektion zeigten. Daraus ging Alexandra Kiesel, die an der KHB studiert hatte, als Siegerin hervor. Sie wird bei der nächsten Modewoche im Januar 2012 die Gelegenheit einer eigenen Laufstegschau bekommen.

Eine weitere Fördermaßnahme war der ebenfalls integrierte Wettbewerb " Start your Fashion Business 2011" des Landes Berlin mit einer Modenschau am 8. Juli 2011 in der Veranstaltungsstätte "Römischer Hof". Die siegreichen Modeschöpferinnen Annelie Augustin und Odély Teboul (Marke "AUGUSTIN TEBOUL") durften sich über das Preisgeld von 25.000,00 EUR freuen; sie überzeugten die Jury mit "starker eigenständiger Handschrift" und präsentierten eine Kollektion, die "düster-romantische Elemente mit avantgardistischen Linien und handgearbeiteten Details" verband. Für die Modeschöpferinnen Derya Issever und Cimen Bachri (Marke "ISSEVER BAHRI"), deren Kollektion sich durch "außergewöhnliche handwerkliche Techniken in Kombination mit moderner Eleganz" auszeichnete, gab es ein Preisgeld von 15.000,00 EUR. Auf den Modeschöpfer Hien Le, dem die Jury ein "herausragendes Gespür für Schnitte und Farben" attestierte und der für "sehr reduzierte, tragbare und zeitlose Kollektionsteile" stand, entfiel ein Preisgeld von 10.000,00 EUR.

Schon am 26. Februar 2011 abseits der Berliner Modewoche hatte sich die AMD Akademie Mode & Design GmbH (AMD) dem interessierten Publikum mit der Modenschau "DIVERSITY WORK IN PROGRESS + FINAL WORK" in der Villa Elisabeth vorgestellt. Es war die Modenschau "ON STAGE" der ESMOD Via Thea GmbH am 8. Juni 2011 im Theater "FRIEDRICHSTADTPALAST" gefolgt. Beispielhaft für den beruflichen Werdegang von "ESMOD"-Absolventen ist der Weg der Berliner Modeschöpferin Lana Mueller, welche die Modeschule im Jahre 2008 verlassen hatte. Danach hatte sie erste Erfahrungen bei dem New Yorker Modeschöpfer Zac Posen gesammelt und sich im Jahre 2010 mit ihrer eigenen Marke selbständig gemacht; im Zentrum ihres Schaffens stehen nun glamouröse Abendroben. Am 11. Februar 2011 hatte sie auf der Modenschau "VIP Fashion Show" in einem Berliner Laden für Brautmoden ihre neue Kollektion vorgestellt. Zur Abrundung war am 26. Juni 2011 im Schöneberger Gasometer die Modenschau "360°" des Berufsausbildungszentrums Lette-Verein Stiftung des öffentlichen Rechtes zu sehen gewesen.

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