Menschenrechte und Entwicklungspolitik sollen eine zentralere Rolle in der Berichterstattung spielen. Das forderte die nordrhein-westfälische Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Angelica Schwall-Düren, auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn.
Als Beispiele nannte die Sozialdemokratin die Auswirkungen der Globalisierung auf die Umwelt und auf Arbeitsbedingungen, den Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Grundversorgung und Bildung. Noch zu selten fänden diese Themen auf Titelseiten und in den Fernsehnachrichten statt.
Schnellere Weitergabe der Informationen über Menschenrechtsverletzungen möglich
"Menschenrechte in einer globalisierten Welt - Herausforderungen für die Medien" lautete der Titel des Forums. Genaue, aktuelle und regelmäßige Berichterstattung aus Entwicklungsländern könne viel "zu unserem Verständnis beitragen, welche Rolle Menschenrechtsfragen im Leben der Weltbevölkerung spielen", so Schwall-Düren. Dies belege auch die Erfahrung: In den letzten Jahrzehnten geschaffene Instrumente und Institutionen zur Wahrung der Menschenrechte hätten schon große Erfolge erzielt, unterstützt von den neuen Informationstechnologien. So könnten heute Menschenrechtsverletzungen weitaus schneller auf lokaler und globaler Ebene gemeldet werden.
Mit dem Start des Internetportals www.einewelt.nrw.de unterstrich Angelica Schwall-Düren gleichzeitig das Engagement des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Entwicklungspolitik.
Medien sollen Bewusstsein schaffen
In Podiumsdiskussionen und Workshops diskutierten über 1.500 Teilnehmer aus aller Welt im World Conference Center Bonn, dem Plenarsaal des ehemaligen Bundestages. Themen waren unter anderen: Wie können Medien den gewachsenen Anforderungen an Information, Analyse und Bewertung globaler Zusammenhänge besser gerecht werden? Wie können sie nachhaltig dazu beitragen, das Bewusstsein für die weltweite Geltung der Menschenrechte zu schärfen?
Chance für die Bürger - Bedrohung für politische Systeme
Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann sagte, dass Medien ein mächtiges Instrument bei der Verwirklichung der Menschenrechte sein können. Im Idealfall seien sie gelebtes Menschenrecht. Neue mediale Verbreitungswege wie Blogs und soziale Netzwerke machten die Medienwelt demokratischer. Dies sei eine Chance für die Bürger und zugleich eine Bedrohung für abgeschottete politische Systeme. Dennoch seien die Inhalte der UN-Menschenrechts-Charta vermutlich nach wie vor vielen Menschen kaum bekannt. "Medien können hier als Informationsbrücke und Instrument der Aufklärung dienen. Sie stehen weltweit in der Verantwortung", so Bettermann.
Viele Partner
Zu den Partnern des interdisziplinären Kongresses zählten in diesem Jahr die OSZE, der Europarat, Amnesty International, die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Deutsche Institut für Menschenrechte, Reporter ohne Grenzen, UN Water, der European Council on Foreign Relations, die European Union Agency for Fundamental Rights, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE), CARE Deutschland-Luxemburg, die Stiftung Entwicklung und Frieden (SEF), das Bonn International Centre for Conversion (BICC) und weitere Organisationen.







