Die Ehrung von Hilde und Willi Kirchhofer bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Schon ihre Großeltern waren im 19. Jahrhundert bei der SPD, genauso wie ihre Eltern und ihre Kinder Ilse und Andreas. Die beiden lernten sich im bayrischen Hausham kennen, woher Hilde stammt, und heirateten 1955.
Hilde Kirchhofer, geborene Pipil, wurde 1934 in Hausham geboren und arbeitete zunächst in einer Druckerei und als Kindermädchen. Nach der gemeinsamen Übersiedelung nach Neuburg fand sie eine Anstellung bei Triumph. Später arbeitete sie viele Jahre als Reinigungskraft. 1993 ging sie in Rente, in die SPD war sie 1971 eingetreten.
Willi Kirchhofer, Jahrgang 1925, wurde in Duisburg geboren, wohin seine Eltern, die ebenfalls aus Hausham stammen, aufgrund der Arbeit gezogen waren. Er lernte Bäcker und war Matrose im Zweiten Weltkrieg. Nach der Gefangenschaft kehrte Willi nach Hausham zurück, um dort als Bergmann zu arbeiten. Zweimal wurde er verschüttet. 1966 kandidierte er für den Neuburger Stadtrat, war zehn Jahre Mitglied des SPD-Ortsvorstandes, sowie der Gewerkschaft und der Arbeiterwohlfahrt.
Als Enkel und Kinder von Sozialdemokraten freuen sich Hilde und Willi sicherlich umso mehr, dass sich auch ihre Kinder für die Ziele der SPD einsetzen. Ihre Tochter Ilse trat 1974 in die Partei ein, Sohn Andreas war von 1999 bis 2001 JUSO-Kreisvorsitzender.
Zusammen sind die Eheleute also seit 100 Jahren in der SPD. Für ihr Engagement dankten ihnen der SPD-Landtagsabgeordnete Joachim Werner, der Ortsvorsitzende Horst Winter und der stellvertretende Landrat Michael Kettner. Den Jubilaren wurden feierlich Urkunden übergeben - und zahlreiche Glückwünsche alter und neuer Weggefährten des Ortsvereins Neuburg.







