"Ich komme aus Hamburg", sagt Fahri Yardim. Bisweilen sei er genervt von den ständigen Fragen nach seiner Herkunft. "Eigenschaften von Menschen sind viel differenzierter, als die Nationalität sagen könnte", betont Yardim. Auch Vedat Erincin, der inzwischen seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebt, ist "müde zu beweisen, dass ich integriert bin".
Aische mit Kopftuch statt Käthchen von Heilbronn
Allerdings werde er immer wieder dazu gezwungen. Zum Beispiel, als "Almanya" im Februar auf der Berlinale gezeigt wurde. Und dann falle den Kritikern als erstes die Frage ein: "Fühlen Sie sich als Türke oder als Deutscher?".
Leider werde lieber über nicht Gelungenes, als über Gelungenes gesprochen, ergänzt Demet Gül. Die Schauspielerin erklärt, dass Türkinnen dann gerne für die Rolle der "Aische, die Kopftuch trägt und verprügelt wird", so Gül. Für das Käthchen von Heilbronn werde sie nicht gecastet.
Dennoch: Die erste Integrationsministerin Deutschlands, Bilkay Öney betont, dass Kunst und Kultur wichtig seien in der Integrationsarbeit und im Kampf gegen Vorurteile. "Schräge Bilder können zurechtgerückt werden", sagt Öney, die seit Mai 2011 in Baden-Württemberg Landesministerin für Integration ist.
Der Film "Almanya", der immer noch in den Kinos läuft, packt das Thema von der heitern Seite. Eine Komödie, "in der ernsthafte Themen drin sind", sagt Demet Gül. Die Geschichte einer Gastarbeiterfamilie ist ein Erfolg bei Kritikern und beim Publikum. Das zeigte die Vorführung im Berliner Paul-Singer-Haus einmal mehr.
"Almanya - Willkommen in Deutschland", 2011, Regie: Yasemin Samdereli
derzeit im Kino







