Artikel (Archiv) > Politik zum Anfassen

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   Tolle Stimmung beim Tag der Offenen Tür

Politik zum Anfassen

Yvonne Holl • 30. May 2011

"Ich bin begeistert", sagte Marianne Hastall. "So sachlich und bescheiden ist es hier, gar nicht pompös". Ein bisschen aufgeregt war die 69-jährige Mecklenburgerin, als sie am Samstag von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles durch das Willy-Brandt-Haus (WBH) geführt wurde. Mit vielen anderen, die einmal einen Blick in die Zentrale der Sozialdemokratie werfen wollten. Die SPD hatte zum ersten "Tag der offenen Tür" geladen.

Die Basis im Haus
Säle und Politiker-Büros standen offen. Ebenso hielt es der vorwärts und lud in den Hof des Paul-Singer-Singer-Hauses, gleich neben dem WBH. 7500 Gäste folgten dem Ruf nach Polizeiangaben und feierten vom Nachmittag bis in die Abendstunden mit Musik, Speisen, Kulturprogramm und vielen Gesprächen. "Wir sind ein offenes Haus, nicht nur am Tag der offenen Tür", sagte Parteichef Sigmar Gabriel zur Eröffnung.

Das beides gilt in der SPD, konnte man an diesem Samstag sehen und hören. Pünktlich zum Fest war der von Bundesgeschäftsführerin Astrid Klug initiierte Umbau des WBH abgeschlossen: Die aus den Fernsehnachrichten bekannte gläsernen Spitze des markanten Gebäudes ist nun ein offenerer Bereich, der Besucher jederzeit willkommen heißt. Und die örtliche SPD hat dort ihr neues Bürgerbüro. "Wir haben die Basis jetzt im Haus", freute sich Sigmar Gabriel.

Nazis wegkegeln

Rund um das WBH luden Stände von Partei und aus dem Bezirk zum schauen und mitmachen ein. So durften bei den Jusos symbolisch Nazis weggekegelt werden und Polizisten erzählten neugierigen Jugendlichen von ihrer Arbeit.

Niemand sollte sich wundern, dass Marienkäfer und Piraten umherschwirrten - das Kinderschminken kam einfach gut an. Ebenso wie Schnellzeichner Gero, der mit flinker Feder Besuchern des Paul-Singer-Hofes eine schöne Erinnerung an den geselligen Nachmittag schuf. Auch wem der Name Paul-Singer-Haus - benannt übrigens nach dem Mitgründer und ehemaligen Vorsitzender der SPD - zuvor nicht eingängig war, der konnte den Weg finden: Leuchtend rot war der Teppich, den der Verlag seinen Gästen ausgerollt hatte.

Ovationen für die vorwärts-Liederfreunde

Und schöne Töne quollen hervor, aus dem lauschigen Hof. Denn die vorwärts-Liederfreunde hatten ihren bislang größten Auftritt beim Tag der offenen Tür. Zuerst im Paul-Singer-Haus, dann im Atrium des WBH. Zu neunt standen Männer und Frauen auf der Bühne und sangen (sozial-)demokratisches Liedgut. Sie mussten nicht lange auf Unterstützung warten: "Die Gedanken sind frei" sang so mancher aus dem Publikum mit. Passender Abschluss: "Brüder, zur Sonne zur Freiheit". "Aufregend war´s", sagte Andrew Walde hinterher.

Das es gut geklappt hat, die Zuhörer schließlich begeisterte Ovationen spendeten, lag womöglich auch an einem besonderen Glücksbringer: Walde hatte eine Gitarre dabei, auf der Willy Brandt schon mal gespielt hatte, bei einem Wahlkampf in den 80er Jahren.

Ebenso viel Begeisterung entfachten auch die Musiker der " Kreuzberger Musikalischen Aktion", die spielten, während die Gäste bei Brezeln, Pommes rot-weiß oder einfach einem frisch Gezapften ausruhen konnten.

Redaktions-Führungen kamen besonders gut an

Sehr gefreut hat die Redaktion das Interesse an ihrer Arbeit: Mehr als 40 Neugierige nutzen die Gelegenheit, eine Führung durch die Redaktionsräume zu machen, ließen sich erklären, wie der vorwärts entsteht, schauten, wo so manche Idee geboren- und die ein oder andere auch wieder fallen gelassen wird. Die meisten dachten, der vorwärts sitze in der Parteizentrale und zeigten sich begeistert von den hohen Altbauräumen des Paul-Singer-Hauses.

"Das historische Ambiente finde ich toll", sagte etwa Daniel Monazahian, der gesichtlose Großraumbüros erwartet hatte und das kreative Chaos, das auf manchem Redakteursschreibtisch herrscht, sympathisch fand. "Ich wollte einfach mal sehen, wie hier gearbeitet wird", sagte Monazahian, der als SPD-Mitglied den vorwärts zehn Mal im Jahr erhält und ein Lob aussprach, über das sich die Redaktion sehr freute. Anwohnerin Renate Schart ließ sogar die Lange Nacht der Wissenschaftsausen, um sich den Verlag in ihrer Nachbarschaft mal von innen ansehen zu können.

Großer Andrang bei "Almanya"

Das Beste kommt zum Schluss: Ganz so war es nicht, doch ein besonderes Highlight war er schon, der Film "Almanya - Willkommen in Deutschland", der am Abend im Paul-Singer-Hof zu sehen war. Mehr als 100 Besucher schauten ihn sich an und diskutierten mit Darstellern und Regisseur.

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Westend Verlag

Icon Rezension; Jürgen Roth: „Gazprom – Das unheimliche Imperium"

Putins unheimliches Imperium

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

Cengos (Abdullah Ado) Kindheit endet mit schmerzhaften Verlusterfahrungen.

Icon Film der Woche: Mes – Lauf!

Der stumme Schrei nach Leben

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt