Artikel (Archiv) > Wer bezahlt?

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   Nebeneinkünfte von Abgeordneten

Wer bezahlt?

Gero Fischer • 09. May 2011

Foto: Siegfried Fries  / pixelio.de
Foto: Siegfried Fries / pixelio.de

Am Donnerstag berät der Geschäftsführungsausschuss des Bundestages über einen Vorschlag der Rechtsstellungskommission des Ältestenrates für die Neuregelung der Nebeneinkünfte. Der Vorschlag, den die Kommission unter dem Vorsitz von Hermann Otto Solms gemacht hat, verspricht vor allem eins: Mehr Transparenz. Die Nebenverdienste sollen stärker ausdifferenziert und in ihrer Höhe deutlicher gemacht werden.

In Sieben Stufen zwischen 10 000 und 150 000 Euro sollen die Abgeordneten in Zukunft Auskunft über ihre Nebeneinkünfte geben. Mit der Neuregelung reagiert der Bundestag auf die bisherige Transparenzlücke bei höheren Nebeneinkünften. Denn derzeit gibt es nur drei Stufen zwischen 1000 und 7000 Euro. Die Öffentlichkeit erfährt zwar, dass ein Abgeordneter über 7 000 Euro zusätzlich verdient, aber nicht, in welcher Größenordnung der Zuverdienst liegt.

Höhere Bagatellgrenze

Insofern sei es eigentlich zu begrüßen, dass sich etwas tut, sagt Nina Katzemich von LobbyControl. Wäre da nicht die Verschiebung der so genannten "Bagatellgrenze". So sollen nach dem Vorschlag der Rechtsstellungskommission Einzelzahlungen, die unter 10 000 Euro liegen, nicht mehr anzeigungspflichtig sein. Bisher lag diese Grenze bei 1 000 Euro.

Für Katzemich kommt das Gesamtpaket damit einer Mogelpackung gleich. "Die Transparenz am oberen Ende wird erkauft durch die Intransparenz am unteren." Theoretisch könne ein Abgeordneter nach der neuen Regelung beliebig viele Beraterverträge über jeweils 9 999 Euro abschließen. Die Öffentlichkeit würde nichts darüber erfahren.

Die Nichtregierungsorganisationen LobbyControl, campact, Mehr Demokratie e. V. und Transparancy International haben deshalb am Montag die Aktion "Wir wollen wissen, wer bezahlt" gestartet. Sie fordern den Geschäftsführungsausschuss des Bundestags damit auf, die Neuregelung zu überarbeiten. Auch alle Bürgerinnen und Bürger werden zum Protest aufgerufen. Unter www.wer-bezahlt.de kann ein entsprechender Appell an die Ausschussmitgliederunterschrieben werden.

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Westend Verlag

Icon Rezension; Jürgen Roth: „Gazprom – Das unheimliche Imperium"

Putins unheimliches Imperium

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

Cengos (Abdullah Ado) Kindheit endet mit schmerzhaften Verlusterfahrungen.

Icon Film der Woche: Mes – Lauf!

Der stumme Schrei nach Leben

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt