Knapp 750 "parteifreie" Neonazis und NPDler wurden in Heilbronn gezählt. Im vorigen Jahr waren zu der Demonstration der Szene in Süddeutschland 850 Neonazis nach Schweinfurt gekommen.
International war das Redneraufgebot in Heilbronn: Aus der Schweiz kam Philipp Eglin ("Partei National Orientierter Schweizer", PNOS), aus Tschechien Jiří Petřivalský ("Arbeiterpartei für soziale
Gerechtigkeit", DSSS), aus Schweden Dan Eriksson. Außerdem sprachen mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Karl Richter, dem hessischen Landesvize Daniel Knebel und dem
baden-württembergischen Funktionär Martin Krämer drei Vertreter der NPD sowie der "Nationalrevolutionär" Jürgen Schwab ("Sache des Volkes").
Auf den Redebeitrag des ebenfalls angekündigten österreichischen Neonazis Gottfried Küssel musste das Publikum verzichten. Er sitzt zurzeit in seiner Heimat in Haft. Für ihn wurden bei der
Veranstaltung Spenden gesammelt. Insgesamt rund 5000 Menschen demonstrierten gegen den Neonazi-Aufmarsch in der Stadt im Norden Baden-Württembergs.
Zwischen 650 und 750 Neonazis demonstrierten Medienberichten zufolge am Sonntag in Haale an der Saale. Von Veranstalterseite wird von "bis zu 1000 Teilnehmern" gesprochen. Zu der
Demonstration hatten nicht nur extrem rechte Gruppen aus den neuen Ländern aufgerufen, sondern auch Kameradschaften und Rechts-"Autonome" aus Westdeutschland. Zu den Rednern gehörten denn auch
neben dem Dresdener Maik Müller die beiden NRWler Sven Skoda (Düsseldorf) und Axel Reitz (Pulheim) sowie Dieter Riefling aus Niedersachsen. Ein Teil der insgesamt 2000 Gegendemonstranten sorgte
mit Blockaden dafür, dass die Neonazi-Demo zeitweise stoppen und die Route schließlich geändert werden musste.
Neonazis stürmen Veranstaltungsgelände
Am Abend und in der Nacht vor einer von der NPD veranstalteten Demonstration in Greifswald griffen Neonazi einem taz-Bericht zufolge gezielt Linke an. Jugendliche des DGB seien von rund
zehn teilweise maskierten und mit Stöcken bewaffneten Männern verfolgt worden, als sie Plakate gegen rechts in der Stadt aufhängen wollten. Zwei weitere Männer im Alter von 19 und 23 Jahren seien
in der Nacht von zwei Männern attackiert worden. Sie erlitten Kopf- und Gesichtsverletzungen. Bei der NPD-Veranstaltung wurden 350 Teilnehmer gezählt.
Die NPD selbst spricht von "500 nationalen Aktivisten". Ans Mikrofon traten der Landesvorsitzende Stefan Köster, Fraktionschef Udo Pastörs und der stellvertretende Vorsitzende der Berliner
NPD, Eckart Bräuniger. Etwa die Hälfte der insgesamt 3000 Gegendemonstranten beteiligte sich an Blockadeaktionen, die dafür sorgten, dass die Demonstration erst mit fast zweistündiger Verspätung
starten konnte und dann auch einen kürzeren Weg nehmen musste.
Gewerkschafter wurden Medienberichten zufolge auch in Husum durch Neonazis angegriffen. Rund eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn habe eine Horde von schwarz gekleideten und teilweise
vermummten Neonazis das Gelände gestürmt, auf dem eine Veranstaltung des DGB-Kreisverbands Nordfriesland stattfinden sollte. Ein Mitglied der Partei Die Linke sei verletzt worden. Infostände
wurden zerstört und Stühle ins Hafenbecken geworfen. Rund 40 bis 50 Neonazis, unter anderem aus Hamburg, sollen an der Aktion beteiligt gewesen sein. Die meisten von ihnen habe die Polizei auf
ihrer Flucht in Richtung Schleswig stellen und durchsuchen können. Diverse Anzeigen wegen Körperverletzung, mehrerer Verstöße gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung seien gefertigt worden,
meldete die Polizei.
Der Text erscheint mit freundlicher Genehmigung des " Blick nach Rechts".







