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Singt, Genossen, singt!

Gero Fischer • 20. April 2011

Gründungstreffen in Berlin: Rolf Stöckel (mit Mandoline) und einige der vorwärts-Liederfreunde Foto: Gero Fischer
Gründungstreffen in Berlin: Rolf Stöckel (mit Mandoline) und einige der vorwärts-Liederfreunde Foto: Gero Fischer

Mit keiner anderen Partei sind Musik und die Lieder der Arbeiterbewegung so verbunden wie mit der SPD. Nicht umsonst singen die Delegierten am Ende jedes Parteitages gemeinsam " Wann wir schreiten Seit an Seit und die alten Lieder singen". Von Medien und Nichtmitgliedern als Folklore belächelt, erfüllt das gemeinsame Singen doch eine wichtige Funktion. Es steht für Geschlossenheit und Solidarität über hitzige Parteitagsdebatten hinweg und ist ein Rückblick auf die lange Geschichte der Partei. Singen fördert die Gemeinschaft.

Leider wird heute in der SPD außerhalb von Parteitagen kaum noch gesungen "Das muss sich ändern", fordert vorwärts-Chefredakteur Uwe Knüpfer. Und der vorwärts geht dabei mit gutem Beispiel voran: Unter dem Vorsitz des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Rolf Stöckel haben sich am 14. März 2011 in Berlin die vorwärts-Liederfreunde gegründet. Sie treffen sich regelmäßig und singen "die alten Lieder". Auch wenn die Truppe ambitioniert zu Werke geht, sind alle Genossen eingeladen mitzusingen. "Wir wollen einen Weg finden, der zwischen künstlerischem Anspruch und dem gemeinsamen Singen von Arbeiterliedern liegt", sagt Rolf Stöckel.

Gemeinsame Kultur für die soziale Heimat

Für ihn sind die Arbeiterlieder fester Bestandteil der Sozialdemokratie. Die Partei sei heute zwar vielfältiger als zur Zeit der Arbeiterbewegung, dennoch müsse diese Kultur gepflegt werden. "Die SPD muss auch eine soziale Heimat sein, und dafür braucht sie eine gemeinsame Kultur." Ziel der vorwärts-Liederfreunde ist es deshalb, nicht nur in Berlin möglichst viele Menschen zum Singen zu bewegen. Es ist ein Appell an alle, die Freude am Singen haben und sich mit der Geschichte der SPD auseinandersetzen wollen. "Wir wollen sie animieren, eigene Liedergruppen zu gründen", sagt Stöckel.

Das Liedgut ist vorhanden. Schon 2009 hat Stöckel zusammen mit anderen Liederfreunden das vorwärts-Liederbuch herausgegeben. 97 Lieder sind zusammengekommen, von den Klassikern der Arbeiterbewegung über Wolf Biermann bis zu Bob Dylan. Die zweite Auflage des Liederbuches wird derzeit produziert.

Die vorwärts-Liederfreunde sorgen jetzt dafür, dass die Lieder auch gesungen werden. Den ersten öffentlichen Auftritt der Gruppe wird es am 28. Mai beim Tag der offenen Tür im Willy-Brandt-Haus in Berlin geben. Spätestens zum 150-jährigen Jubiläum der SPD 2013 soll die ganze Partei wieder textfest sein.


Mitsingen!
Singt gemeinsam das Lied "Wann wir schreiten Seit an Seit" und schickt es uns als Video oder als youtube-Link zur Veröffentlichung an online@vorwaerts.de. Die ersten fünf Einsendungen erhalten jeweils fünf vorwärts-Liederbücher - signiert von Sigmar Gabriel. Zur Geschichte des Liedes: Ein Lied ging in die Welt: "Wann wir schreiten Seit' an Seit'" und http://de.wikipedia.org/wiki/

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