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Der Lampedusa-Skandal

Uwe-Karsten Heye • 13. April 2011

Keine Chance für Flüchtlinge. Auch Deutschland verharrt in egozentrischer Abwehrhaltung. alf loidl / pixelio.de
Keine Chance für Flüchtlinge. Auch Deutschland verharrt in egozentrischer Abwehrhaltung. Foto: alf loidl/pixelio.de

Die Freiheitsbewegungen im Maghreb und anderen arabischen Ländern hätten anderes verdient als die routinehafte und fremdenfeindliche Abwehr von Bürgerkriegsflüchtlingen.

Das der bayerische Innenminister einer sich christlich nennenden Partei nur darauf bedacht zu sein scheint, Bayern und damit auch den Rest der Republik von jeder Belästigung frei zu halten, die eine denkbare Unterstützung der Freiheits- und Demokratisierungstendenzen in der Region nach sich ziehen könnte, ist ein skandalöses Armutszeugnis. Statt auf die Kaltschnäuzigkeit Italiens mit Großmut zu reagieren, zeigt diese Bundesregierung erneut ihre politische Zwergengröße.

War es nicht genau diese Europäische Union die dem Despoten in Libyen mal so eben ein paar Millionen Euro über den Tisch geschoben hatte, damit er den Flüchtlingsstrom aus Afrika stoppt, um uns die Flüchtlinge vom Hals zu halten?

Und ist an Brüssel oder Berlin vorbeigegangen, dass die Handlanger des Despoten Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt haben, zur Abschreckung für andere?

Jetzt hätte die Europäische Union unter der Wortführerschaft von Deutschland eine Chance gehabt, für die künftige Zusammenarbeit mit der Nachbarregion im Mittelmeerraum Akzente zu setzen, die den Ländern dort hilft. Wieder einmal ein Chance vertan. Die reichste Region der Welt schwatzt von Menschenrechten und verbleibt in einer egozentrischen Abwehrhaltung, mit der sie sich selbst dementiert.
Gern hätte ich diesen Kommentar damit beendet, auf den einhelligen Aufschrei der deutschen Oppositionsparteien oder auf einen Entschließungsantrag im Bundestag zu verweisen, der dieser schwarz-gelben Mittelmäßigkeit Beine mache würde. Vielleicht kommt das ja noch.

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