Damals wollten die Völker des alten Kontinents östlich der Elbe endlich ihre Freiheit. Da die UdSSR in sich zusammenfiel, musste sie die Menschen im eigenen Machtbereich gewähren lassen. Ohne Widerstand wurden Moskaus Statthalter aufs politische Altenteil geschickt. Abgesehen von Rumänien vollzog sich der Machtwechsel allenthalben friedlich - in Berlin wurde die Mauer am 9. November ohne Gegenwehr jubelnd überwunden.
Heute erstrebt die Jugend der arabischen Länder ebenfalls die Freiheit, konsequent jagt sie die Gewaltherrscher einen nach dem anderen davon. Arabiens Diktatoren aber klammern sich an Macht und gestohlene Milliarden. Ein Ende des Blutvergießens ist nicht abzusehen. Dennoch werden Freiheit und Demokratie zuletzt siegen.
Karl Marx nannte Revolutionen "Lokomotiven der Geschichte". Wohin werden sie die Gesellschaften der Länder ziehen? Arabiens Demokratie wird und soll kein Abbild der Volksherrschaft Europas sein. Wie auch? In den arabischen Ländern sind mehr als 40 Prozent der Menschen Analphabeten, Diktatoren wie Ägyptens Gamal Abdel Nasser (1952-1970) zerstörten die ohnehin schmale demokratische Infrastruktur.
Ihr Aufbau wird viel Zeit benötigen. Es dauerte ein Jahrhundert, ehe sich nach der Märzrevolution von 1848 die Demokratie in West-Deutschland dauerhaft durchgesetzt hatte. Bis dahin wurden Millionen umgebracht. Diese historischen Dimensionen dürfen wir nicht vergessen.
In Israel ist die Politik erstarrt. Ängstlich beobachtet man das Geschehen in Arabien. Werden sich dort die fundamentalistischen Islamisten durchsetzen? Deren Ziel ist die Vernichtung des jüdischen Staates. Aus dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen beschießt man Israel wieder mit modernen Raketen.
Erreichen diese Geschosse das Bevölkerungszentrum Tel Aviv, wird der Judenstaat mit Krieg antworten. Dann brennt der ganze Nahe Osten. Die EU muss Frieden, Freiheit und territoriale Integrität
aller Staaten der Region betonen und gegebenenfalls garantieren - auch die Palästinenser müssen ihren Staat haben.







