Ein Kompliment für NRWs Ministerpräsidentin, das der WDR prompt nach Deutschland sendete, denn Johannes Rau war der deutsche Politiker, der die Beziehungen beider Länder wohl am intensivsten lebte und pflegte. Eine Stunde diskutierten Peres und Kraft. "Wir müssen die Menschen unterstützen, nicht die Machthaber", sagte Shimon Peres zu den Umwälzungen in den arabischen Nachbarstaaten. Um den Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser zu lösen, müssten zwei Staaten gebildet werden, so Peres weiter.
Ihre erste Reise als Ministerpräsidentin und amtierende Bundesratspräsidentin führte Hannelore Kraft nicht zufällig nach Israel. "Wir haben ein besonderes Verhältnis zu diesem Land. Das betont diese Reise", begründete Kraft ihren fünftägigen Besuch. Nach ihrer Anreise verbrachte sie zwei Tage auf israelischem und zwei Tage auf palästinensischem Gebiet, sprach mit Regierungs- und Oppositionspolitikern, mit palästinensischen Frauen und Holocaust Überlebenden, besuchte die Polizeischule Jericho sowie die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Freiwillenprogramms Aktion Sühnezeichen im Kibbutz Ramat Rahel.
Avi Primor erhält NRW-Verdienstorden
Dem ehemaligen Botschafter Avi Primor verlieh Kraft den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Als israelischer Botschafter in Deutschland wurde Primor eine der wichtigsten Stimmen des deutsch-israelischen Dialogs und schließlich Mitbegründer eines Studiengangs der Düsseldorfer Universität über Europäische Studien, in dem palästinensische, israelische und jordanische Jugendliche ein Jahr lang gemeinsam lernen. Über politische und religiöse Grenzen hinweg sei es Primor gelungen, Geschichte lebendig zu halten, so Kraft, die in Israel auch mit Studenten des Studienganges zu einem Gespräch zusammentraf.
Das Ziel der Reise sei es, die "Kontakte zu vertiefen", so Kraft. Dabei half ihr nicht zuletzt eine weitere Begleiterin aus NRW, Christina Rau, die Kraft bereits zum zweiten mal nach Israel begleitete. Bei dem dritten Johannes Rau Symposion der Friedrich Ebert-Stiftung in Tel Aviv sprach Hannelore Kraft über die Notwendigkeit von langfristigem Denken in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Christina Rau betonte einmal mehr die tiefe Bedeutung der Beziehungen Deutschlands zu Israel, die für ihren Mann zeitlebens so wichtig waren. Eine Selbstverständlichkeit hingegen, seien sie für ihn nie gewesen, sagte sie.
Keine Selbstverständlichkeit war für Hannelore Kraft auch der Besuch der Gedenkstätte Yad Vaschem. In Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden legte sie einen Kranz und Blumen nieder und betete. In das Gästebuch schreibt Kraft folgenden Satz: "Das unvorstellbare Leid ist nicht anonym. Namen und Gesichter sind uns Verpflichtung, die Erinnerung wach zu halten und mahnen uns, auf ewig für die Zukunft."







