Als im Frankreich des 18. und Großbritannien des 19. Jahrhunderts die Frauen gegen ihre Unterdrückung aufbegehrten und gleiche politische und bürgerliche Rechte sowie das Recht auf Bildung einforderten, war die internationale Solidarität sehr stark auf Europa beschränkt. Mit den Streiks der Textilarbeiterinnen in New York und St. Petersburg wurden mehr Grenzen übersprungen, der Frauenprotest schwappte nach Australien, Neuseeland und Lateinamerika über.
Aber erst seit dem Internationalen Jahrzehnt der Frau und der Proklamation des 8. März zum Internationalen Frauentag durch die Vereinten Nationen 1975 wurde aus dem Internationalen Frauentag
ein weltweites Ereignis, das für Proteste und Forderungen nach Gleichberechtigung, Gleichstellung, Emanzipation und Gerechtigkeit weltweit genutzt wurde und sich auch für die Überwindung von
Hunger, Armut und Unterentwicklung als Frauenfrage engagierte.
Geschlechtergerechtigkeit und Frauen-Empowerment
Und die geschlechterbedingte Ungleichheit ist die soziale Ungleichheit, die Beziehungen in einer Gesellschaft am meisten beeinflusst, weil sie nicht nur eine individuelle, sondern auch eine
strukturelle Ungleichheit ist, die eine gerechtere Welt verhindert.
Geschlechtergerechtigkeit und Frauen-Empowerment sind Anliegen der internationalen Völkergemeinschaft, werden aber sträflich vernachlässigt. Dabei kann der Kampf gegen Armut und Hunger ohne die Berücksichtigung und Beteiligung von Frauen nicht gewonnen werden. Auch Mütter- und Säuglingssterblichkeit sind nach wie vor hoch.
Hebammenausbildung in Bangladesch
Deswegen will zum 100. Geburtstag des Internationalen Frauentags der Marie-Schlei-Verein eine Hebammenausbildung unterstützen. Die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten
Sterblichkeitsraten. In Bangladesch leben mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Gegenden. Dort gibt es kaum Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung von Schwangeren.
Zusammen mit der Partnerorganisation CRUD (Committee of Rural and Urban Development) werden im Marie-Schlei-Verein-Projekt 240 traditionelle Hebammen aus der Region Habiganj im Bereich der Geburtsvorbereitung, der Geburt selbst, der Nachversorgung, aber auch in der Erkennung von Risikoschwangerschaften, in Hygiene, Familienplanung und in dem Umgang mit HIV/AIDS ausgebildet. Die Zusammenarbeit mit einem Krankenhaus ist gesichert. Diese Hebammen helfen den Frauen, schaffen aber auch gleichzeitig eine berufliche Perspektive für sich selbst.
Der Marie-Schlei-Verein ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die 1984 in Erinnerung an die erste Entwicklungsministerin Marie Schlei gegründet worden ist und Selbsthilfeprojekte im Bereich der beruflichen Qualifizierung fördert, damit Frauen eine Berufs- und Einkommensperspektive erhalten, die ein Ausweg aus der Armut ist.
Prof. Dr. Christa Randzio-Plath ist Vorsitzende des Marie-Schlei-Vereins. Ihre Unterstützung ist willkommen: Konto SPARDA Hamburg: Kto.-Nr. 602035 (BLZ 20690500). Mehr Informationen unter www.marie-schlei-verein.de







