Anschließend wird die Redakteurin und Fotografin Sharon Adler mit den Autorinnen Inge Wettig-Danielmeier und Katharina Oerder über ihr Buch " Feminismus und morgen" diskutieren.
Inge Wettig-Danielmeier|Katharina Oerder: "Feminismus - und morgen?"
Die Frauenbewegung hat im Laufe ihrer Geschichte in Deutschland viel erreicht: Wir haben heute eine Bundeskanzlerin, Frauen studieren sehr erfolgreich, gehen zur Bundeswehr, fliegen zum
Mond. Ist die Gleichstellung der Geschlechter damit erreicht, der Feminismus heute überfl üssig geworden?
"Nein", sagen Inge Wettig-Danielmeier und Katharina Oerder. Allen rechtlichen Grundlagen zum Trotz sind die Ziele der Frauenbewegung noch lange nicht verwirklicht. Noch immer sind weit weniger Frauen in Vollzeit erwerbstätig als Männer. Frauen verdienen bei gleicher Qualifi kation durchschnittlich erheblich weniger als Männer. Lediglich ein geringer Prozentsatz der wirtschaftlichen und politischen Führungspositionen ist von Frauen besetzt. Eine verschwindend geringe Zahl von Männern kümmert sich um Kinder und Haushalt.
Inge Wettig-Danielmeier beschreibt die Entwicklung der Frauenbewegung seit ihren Anfängen im 18. und 19. Jahrhundert und vergleicht dabei die Entwicklung in Deutschland mit der anderer Länder Europas. Nachdem sie sich seit 50 Jahren für gleiche Chancen von Frauen und Männern einsetzt, ist sie überzeugt: Wenn Chancengleichheit nicht im freien Spiel der Kräfte entsteht, muss die Politik nachhelfen. Sie fordert u.a. klare Quoten, eine Abschaffung des Steuersplittings und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Und sie fordert ein Umdenken von Frauen und Männern, von Kindern, von Wirtschaft und Politik.
Katharina Oerder tritt für einen neuen politischen Feminismus jenseits individualistischer Ansätze ein: von allen Frauen für alle Frauen, unabhängig von sozialer Schicht und Bildungsniveau. Leidenschaftlich plädiert sie für mehr Solidarität in den verschiedenen feministischen Strömungen und mehr Toleranz unter politischen Mitstreiterinnen und Mitstreitern aller Generationen. Sie kämpft gegen biologistisch-genetische Argumente in der Rollenverteilung der Geschlechter. Und sie fordert ein selbstbestimmtes Leben, das Männern und Frauen ermöglicht, gleichberechtigt zu arbeiten - in Führungspositionen, in der Produktion, in der Dienstleistung.
Aus dem Blickwinkel zweier Generationen fordern die Autorinnen einen politischen wie gesellschaftlichen Umbau in einen Staat, der die Gleichstellung von Männern und Frauen nicht länger blockiert, sondern aus ureigenem Interesse fördert: einer zukunftsweisenden Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik zum Nutzen.
Informationen: Der Eintritt ist frei, ein Ausweis ist aber erforderlich. Beginn: 19 Uhr Ende: ca. 20 Uhr mit Empfang & Ausklang Adresse: Willy-Brandt-Haus | Stresemannstraße 28 | 10963 Berlin | Bus M41 | U-Bhf. Hallesches Tor







