Wir müssen stärker zusammen rücken, da ist noch Luft", sagt Malu Dreyer (SPD), die Gesundheitsministerin von Rheinland-Pfalz. Der Schlüssel sei das Netzwerk: Künftig sollen medizinische Versorgungszentren oder zusammengelegte Praxen dem Ärztemangel im ländlichen Raum entgegenwirken.
Notdienst und Rettungsdienst vernetzen
Im Bereich der Notfallversorgung gibt es große Probleme. Oftmals können Kassenärztliche Notdienste ihre Aufgabe nur unzureichend erfüllen, in manchen Regionen fehlt die Notversorgung völlig. "Das Zusammenspiel zwischen kassenärztlichem Notdienst und den kommunalen Rettungsdiensten muss verbessert werden", fordert Jörg Freese, Beigeordneter im Deutschen Landkreistag. Die Sozialdemokratische Gemeinschaft der Kommunen schlägt vor, eine kooperative Leitstelle beider Notdienste einzurichten.
Christian Egle vom Technologiedienstleister Accenture sieht die Chance, durch effizienteres Arbeiten im Gesundheitswesen Geld zu sparen, Netzwerke könnten dabei helfen. Eine Chance läge im Bürokratieabbau durch eine gesetzliche Basisversorgung. "Ohne Trennung zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenkasse", so Egle. Dreyer kann da nur zu stimmen und betont, dass die Trennung in der Pflegeversicherung aufgehoben werden müsse. Die Privaten Pflegeversicherungen hätten mittlerweile 1,9 Milliarden Rücklagen angespart. "Die Pflegeversicherung ist aber für den Menschen da, nicht für die Versicherungen", sagt Dreyer.
Bundesweite Präventions-Organisation
Um die Sozialkassen zu entlasten, sei nicht nur die medizinische Versorgung im Krankheitsfall nötig. Langfristig müsse viel mehr aufgeklärt werden, wie Malu Dreyer betont. "Wir legen viel zu wenig wert auf Prävention." Deshalb fordert die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin eine bundesweite Organisation, die sich der Aufklärung widmet. Egle pflichtet ihr bei und betont, dass zum Beispiel jedes fünfte adipöse Kind Diabetiker werde.
Um dem Nachwuchsmangel bei Hausärzten entgegen zu wirken schlägt Ulrich Weigeldt , Vorsitzender des Hausärzteverbands, vor, Praktika in Hausarzt-Praxen zu fördern. "Früher sind wir aufs Land gegangen, das findet heute nicht mehr statt", so Weigelt. Der Hausarztberuf sei vor allem wegen des geringeren Einkommens bei höherer Arbeitszeit unattraktiv für den Nachwuchs. Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) schlägt deshalb vor, Hausärzte von arztfremden Tätigkeiten zu entlasten. Die größere Vernetzung auf kommunaler Ebene wäre da ein erster Schritt.







