Der Arzneimittelbedarf von hochbetagten Senioren ist meist hoch, Arztbesuche sind häufig. Ein großer Teil der Krankenkassenbeiträge fließt in diesen Bereich. Parallel nimmt die Hilfe aus der Familie ab: Die wenigen Kinder wohnen oft weit von den Eltern entfernt und selbst immer häufiger in Singlehaushalten. Der demografische Wandel nagt an vielen Stellen des Systems. Entsprechend rar sind umfassende Konzepte und Lösungen.
Akteure vernetzen
Konsens des Podiums ist, dass Förderung der Kommunikation und Vernetzung der Akteure im Gesundheitssystem und der Betroffenen untereinander Schritte in die richtige Richtung sind. Doch der Weg scheint lang und die Abwege unter den Vorzeichen einer schwarz-gelben Gesundheitsreform sind vielfältig.
Ein positives Beispiel bringt Armin Lang vom Verband der Ersatzkassen mit. Pflegestützpunkte für die "teuren, aber auch treuen Kassenpatienten" könnten ein Teil der Lösung sein. Sie setzen auf Verknüpfung verschiedener Leistungen - den richtigen Pflegemix.
Die erfolgreiche Einführung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland dient Lange zum Beweis: Medizinische Hilfe, Pflegeleistungen, Beratung sowie die persönliche Begleitung von alten Menschen werden aufeinander abgestimmt angeboten - besonders im ländlichen Bereich, wo der Bedarf am größten ist. "Viele engagierte Einzelkämpfer" arbeiten in diesem System zusammen, erläutert er und verschweigt auch nicht den hohen Finanzbedarf, der durch verschiedene Ebenen gedeckt werden müsse.
Mehr Verantwortung in kommunale Verwaltung
Wenig verwundert Langes Appell, mehr Verantwortung und Aufgaben in die kommunale Verwaltung zu übergeben. Auch in diesem Punkt herrscht Konsens: Lösungen finden sich vor allem auf lokaler Ebene und in der Kommunalpolitik - ganz individuell für den jeweiligen Bereich.
Uneins verbleibt das Podium mit Beraterin Dr. Karen Klothmann (Hildebrandt GesundheitsConsult) und Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer jedoch, wer konkret im Zentrum dieser Idee steht. Ist es der örtliche Apotheker, der längst viel Beratung und Betreuung leistet? Oder sind die Ehrenamtler, Seniorenbeiräte und Selbsthilfegruppen das Bindeglied, das alles zusammenhalten kann? So oder so müssten die Würde und der Wille der Senioren selbst im Mittelpunkt stehen, betont Klothmann.







