Ihr politisches Engagement begann 1885 im "Verein zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen", dem
Emma Ihrer zusammen mit drei anderen Frauen vorstand. Zu den Forderungen des Vereins gehörte die Notwendigkeit eines Normalarbeitstages, die
Einführung der Sonntagsruhe und das politische Stimmrecht für Frauen.
Emma Ihrer hatte während ihrer politischen Arbeit festgestellt, dass es einer Zeitung bedurfte, die den speziellen Fraueninteressen genügend Aufmerksamkeit widmete. Anfang 1891 erschien die
erste Nummer der Zeitung "Arbeiterin", deren Redaktion sie übernommen hatte. Hieraus entstand später die sozialdemokratische Zeitung "Die Gleichheit", deren Redakteurin
Clara Zetkin wurde.
Gewerkschaftlich engagierte sich Emma Ihrer in der Organisation der Blumen-, Blätter- und Putzfederarbeiter und -Arbeiterinnen und redigierte deren Verbandsorgan "Der Blumen-Arbeiter".
Louise Zietz, Mitglied des SPD-Parteivorstandes, trauerte um Emma Ihrer, eine der Pionierinnen der proletarischen Frauenbewegung, mit den
Worten "Der besten eine ist von uns gegangen". Emma Ihrer scharte, so Louise Zietz "die Mühseligsten und Beladensten, die Frauen, um das Banner des Sozialismus". Nach Inkrafttreten des
Vereinsgesetzes 1908 hat Emma Ihrer "zahlreiche Proletarierinnen der Partei zugeführt". Sie half, die Grundsteine für die proletarische Frauenbewegung in Deutschland zu legen. Zietz würdigte
Emma Ihrer als kraftvolle, charakterfeste Persönlichkeit, die große Willensstärke mit persönlicher Liebenswürdigkeit verband.
Beigesetzt ist Emma Ihrer in der heutigen
Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Zum 100. Todestag legte die Historikerin Prof. Dr.
Helga Grebing einen Kranz nieder.







