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Icon   Die Berliner Modeszene kurz vor dem Jahresende

Die Mode, der gute Zweck und die Nachhaltigkeit

Christian Janssen • 20. December 2010

Freude über den  symbolischen Scheck (Bild: Christian Janssen)
Freude über den symbolischen Scheck (Bild: Christian Janssen)

Am 13. Dezember 2010 präsentierten im Konzerthause " NIKOLAISAAL POTSDAM" die Schüler der Berliner Modeschule " ESMOD" ihre zu Ehren der Schutzpatronin der Modeschaffenden, der Heiligen Katharina (Sainte Catherine), entworfenen 150 Kleider unter dem Motto "BAROCCO-CODE". Die gleichnamige Epoche hatte der Kulturphilosoph Egon Friedell einstmals folgendermaßen beschrieben: "Der Barock schreit und plakatiert, das Rokoko flüstert und dämpft." Dieses Zitat lag nun dem thematischen Bogen für die Entwürfe der Schüler zugrunde, wobei das Weizenfeld einerseits und das nach Rosenblättern und Lust duftende Federbett der Aristokratie andererseits dessen Enden sein sollten, was unter anderem zu den Themen "Süße Ernte auf dem Lande" und "Die melancholischen Trümmer eines rauschenden Festes" führte. In der Tat war mal Rustikales in angesteckten Ackerpflanzen und mitgeführten Wanderstöcken, mal Höfisches in ausladenden Formen, üppigen Details und festlichen Accessoires zu entdecken. Jegliche Erlöse und Spenden des Abends sollen über den i-magine e. V. der HIV-/AIDS-Prävention für Kinder und Jugendliche in Kenia zugute kommen; nach der Modenschau erhielt die Vereinsvorsitzende Waridi Schrobsdorff einen symbolischen Scheck über den Betrag von 2.800,00 EUR.

Schon am 9. Dezember 2010 öffneten die Modeschöpfer Claudia Pfeiffer und Dirk Pfeiffer die Türen ihres neuen Ladens "crusz" in Berlin-Mitte für eine Modenschau mit eleganter Hochzeits- und Abendkleidung. Anfangs stellte die Fernsehmoderatorin Tanja Bülter die Arbeit der Stiftung KinderHerz Deutschland gGmbH vor, mit der die Lebenschancen und die Lebensqualität herzkranker Kinder verbessert werden sollen. Zu deren Gunsten wurde ein Abendkleid nach amerikanischer Art in 5-Euro-Schritten versteigert, wobei ein Betrag von 190,00 EUR zusammenkam. Die Schauspielerin Janina Uhse gab bekannt, das ersteigerte Kleid für einen weiteren wohltätigen Zweck wieder zu versteigern. So sieht soziale Nachhaltigkeit aus.

Für ökologische Nachhaltigkeit steht die Modeschöpferin Dorothea Becker mit ihrer "grünen Mode". Nach der Gründung des Unternehmens im Dezember 2009 stellte sie am 3. Dezember 2010 in der Kurt-Tucholsky-Bibliothek ihre Kollektion "cultus naturalis" vor, bei der nur nach ökologischen Kriterien hergestellte Stoffe mit besonderer Zertifizierung verarbeitet worden waren; so handelte es sich stets um den Standard " Global Organic Textile Standard" (GOTS) und bisweilen zusätzlich um den Standard " Swiss organic fabrics". Dorothea Becker hatte sich auch das Ziel gesetzt, mit der Herstellung der Kleider im eigenen Atelier die Weiterverarbeitung nach ökologischen Kriterien und die Einhaltung von Sozialstandards zu gewährleisten. Die Fachmesse " thekey.to" und die Veranstaltung "Green Showroom" letztens in der Berliner Modewoche zeigen übrigens die gewachsene Bedeutung der "grünen Mode" beziehungsweise "Ökomode".

In den Reigen der vorweihnachtlichen Modenschauen reihten sich noch die Modeschöpferinnen Juliane Binroth und Alicia Losekandt mit der Marke "JULICE EN RÊVE" am 4. Dezember 2010 im Restaurant "WHITE Spreelounge" sowie Heike Fischer mit der Marke "Tanzmode Berlin" am 19. Dezember 2010 im Hotel "AXEL HOTEL" ein; zur Freude der Gäste gab es bei dieser Modenschau im Rahmen der Veranstaltungsreihe "5TH AVENUE" eine Bescherung mit Destynee, der als Weihnachtshäslein verkleideten Gastgeberin.

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